Rückblick Winter 2018/2019: Nasser Dezember, sehr milder Februar

Mit einer mittleren Temperatur von 4,8 °C und einer summierten Niederschlagmenge von 231,1 L/m² war der vergangene Winter 2018/2019 milder (+1,6 Grad) und etwas nasser (+15 %) als der „Durchschnittswinter“ des langjährigen Mittels 1981-2010 (Mittelwerte: 3,2 °C und rund 200 L/m²).

Anfang Dezember 2018 stellte sich die Großwetterlage um: Die vorher über Monate hinweg dominierenden Hochdruckgebiete wanderten nach Osten ab und machten den Weg frei für atlantische Tiefdruckgebiete, die nun mit ihren Ausläufern direkt über Mitteleuropa hinwegzogen. Sie sorgten in der Region für die lang herbeigesehnten größeren Niederschlagsmengen und beendeten damit die große Trockenheit. Meist herrschte dabei eine milde Westströmung. Insgesamt fiel der Dezember bei wenig Sonnenschein und reichlich Niederschlag (116,8 L/m²; entspricht +56 %) mit 5,7 °C um 2,2 Grad zu mild aus.

Auch im Januar dominierten in Mitteleuropa meist Tiefdruckgebiete. Während in Folge der Nordwestlage die Wolken und Niederschlagsfelder gegen die Nordränder der Alpen gedrückt wurde, was dort zu extremen Dauerschneefällen führte, blieben die Niederschlagsmengen in der Region in der ersten Monatshälfte insgesamt in flüssiger Form und quantitativ unter denen des Vormonats. Dazu überwogen milde Temperaturen. In der zweiten Monatshälfte gelangte ganz Deutschland für etwa eine Woche unter Hochdruckeinfluss. Dieser sorgte allgemein für viel Sonnenschein und auch in der Region für einige kalte Nächte. Am 21. Januar wurde in Bocholt ein Tiefstwert von -7,6 °C gemessen. Zum Monatsende kam es mit einem Tiefausläufer auch in der Region zu Schneefällen und Ausbildung einer Schneedecke von 6-7 cm (am 30. und 31. Januar). Insgesamt ergab sich ein durchschnittlich temperierter Januar (2,6 °C; entspricht -0,2 Grad Abweichung) bei dennoch leicht unterdurchschnittlicher Niederschlagsmenge (59,7 L/m², entspricht -15 %).

Der Februar 2019 startete mit Tiefdruckeinfluss und häufigen Niederschlägen, verlief ab dem zweiten Monatsdrittel wieder völlig gegensätzlich. Erneut dominierten Hochdruckgebiete mit geringer Bewölkung, dabei verlief es niederschlagsfrei. Sie sorgten damit für außergewöhnlich viel Sonnenschein, sehr große Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht von fast 20 Grad und in den letzten Monatstagen für neue Rekordtemperaturen. Am 25. wurde mit einem Höchstwert von 18,8 °C der alte Rekord (18,3 °C, am 25.02.1964 an der früheren DWD-Station Bocholt) zum ersten Mal gebrochen, in den beiden Folgetagen mit 19,6 °C und 19,8 °C jeweils erneut. Insgesamt lag die Durchschnittstemperatur mit 6,2 °C um 2,2 Grad über dem langjährigen Mittel bei einer noch durchschnittlichen Niederschlagsmenge von 54,6 L/m² (-3 %).

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