Rückblick Sommer 2016: Regenreichster Sommer seit 60 Jahren

Der Sommer 2016 geht im Raum Bocholt als der regenreichste Sommer seit 60 Jahren mit dem nassesten Monat seit Aufzeichnungsbeginn in die Statistik ein. Dazu ist es in allen drei Monaten vergleichsweise warm bei einen insgesamt leichten Sonnenscheindefizit.

Die mittlere Temperatur der drei meteorologischen Sommermonate Juni, Juli und August liegt mit 18,5 Grad Celsius (°C) um 0,6 Grad über dem langjährigen Mittel 1981-2010 und genau auf dem Vorjahresniveau. Damit ist 2016 der 15.-wärmste Sommer in der Bocholter Klimareihe (seit 1946).

Längere sommerlich warme Abschnitte mit mehreren Sommertagen (ab 25 °C) in Folge gibt es in der ersten Junidekade, zweiten Julihälfte und letzten Augustdekade. Kurze Hitzewellen treten am 23. Juni (33,0 °C), um den 20. Juli (35,0 °C) und den 25. August (33,4 °C) herum auf. Ansonsten liegen die Temperaturen überwiegend auf dem Niveau des langjährigen Mittels. Ausgesprochen kühl ist es Ende Juni/Anfang Juli und phasenweise in der ersten Augusthälfte – in der im Durchschnitt wärmsten Zeit des Jahres.

Insgesamt werden 28 Sommertage und 7 heiße Tage verzeichnet. Diese Werte entsprechen fast exakt den langjährigen Mittelwerten. Von Rekorden hinsichtlich der Temperatur ist der Sommer 2016 im Gegensatz zu seinem Vorgänger weit entfernt. Beachtlich ist allerdings die Folge von 3 heißen Tagen in der letzten Augustdekade (24.-26. August) – eine solche ist bisher lediglich 1964 und 2001 registriert worden.

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Der Sommer 2016 geht klar als der regenreichste Sommer seit 60 Jahren in die Bocholter Klimastatistik ein. Zwischen den 1. Juni und dem 31. August regnen insgesamt 388,1 Liter pro Quadratmeter (L/m²) über die Station an der Kurfürstenstraße nieder. Damit wird beinahe genau der Rekordwert aus dem Sommer 1956 von 389,7 L/m² erreicht.

Besonders regenreich verlaufen der Juni – der nasseste Monat seit Beginn der Bocholter Aufzeichnungen – und die letzte Juli- sowie erste Augustdekade. Am 1. Juni kommt es zu wiederholten Gewittern mit ergiebigen Niederschlagsmengen, die an der Station 40,6 L/m² bringen. In den südlichen Ortsteilen Bocholts fallen über 60 L/m² und führen zu Überschwemmungen; an der benachbarten Station Hamminkeln-Mühlenrott wird mit unvorstellbaren 120,3 L/m² ein neuer Allzeitrekord registriert. Nach einer kurzen stabilen Phase lebt die Gewittertätigkeit ab der zweiten Junidekade wieder auf. Am 23. Juni kommt es erneut zu Gewittern mit ergiebigen Niederschlägen und Überflutungen. Diesmal werden in Bocholt 70,5 L/m² und damit der höchste Tageswert seit 1998 erreicht (siehe Bericht). Nach einer trockeneren ersten Julihälfte gibt es in der letzten Julidekade erneut mehrere Gewitterlagen. Anfang August führen atlantische Tiefausläufer nochmals zu ergiebigeren Regenfällen, ehe die Niederschlagsneigung im weiteren Monatsverlauf erheblich abnimmt.

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Mit insgesamt rund 592 Stunden Sonnenschein bleibt der Sommer 2016 leicht unter seinem langjährigen Mittelwert von 613 Stunden. Auffällig sind zahlreiche sonnenscheinarme Tage in der zweiten und dritten Junidekade sowie Anfang August. Längere Schönwetterphasen mit sehr sonnigen Tagen sind im Sommer 2016 rar – herausragend ist hier die zweite Augusthälfte mit 9 sonnenscheinreichen Tagen.

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