Klimawochen im Kreis Borken

Im Kreis Borken starten in der kommenden Woche die 2. „Klimawochen“ mit zahlreichen Informationsveranstaltungen von Kommunen und Betrieben im Kreis. Die private Wetterstation Bocholt nimmt das zum Anlass, kurz auf die Bocholter Klimareihe zurückzublicken.

KKW_2014_1Im nebenstehenden Diagramm ist die Entwicklung der Jahresmitteltemperaturen in Bocholt dargestellt. Die Daten sind auf den Standort Bocholt (Stadt), den aktuellen Stationsstandort, homogenisiert und damit untereinander vergleichbar, was aufgrund von mehreren Standortwechseln zwischen Stand und Umland erforderlich war. Die rote Linie repräsentiert die Einzeljahre, die schwarz gepunktete das gleitende 10-Jahres-Mittel (der Wert bei 2000 gibt z. B. das Mittel 1991-2000 an).

Man erkennt neben starken Schwankungen von Jahr zu Jahr ab ca. 1988 eine steigende Tendenz. Ab ca. 2010 gibt es eine Stagnation auf dem hohem Niveau, der jedoch nicht allzu viel Bedeutung beigemessen werden darf. In den vergangenen 25 Jahren sind nur zwei Jahre zu kalt ausgefallen: 1996 und 2010. Vergleicht man die Klimanormalperioden 1951-1980 mit der aktuell laufenden 1991-2013, so liegt der Anstieg bei 1,0 Grad (9,7 °C auf 10,7 °C). Die wärmsten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen waren 2006 und 2007 mit 11,5 °C, die kältesten 1956, 1962 und 1963 mit 8,4 °C. Die steigenden Temperaturen bewirken eine merkbare Verlängerung der Vegetationsperiode.

KKW_2014_3In einem weiteren Diagramm sind die klimatologischen Schwellenwerttage „Sommertag“ (ab 25,0 °C) und „Heißer Tag“ (ab 30,0 °C) dargestellt. Die Säulen stehen hier für die Werte von 10-Jahres-Perioden (1950er entspricht 1951-1960 etc.). Dass die Sommer immer wärmer werden, zeigt sich eindrucksvoll: Bei den Sommertagen hat sich die Anzahl zwischen den 1950ern und 2000ern fast verdoppelt, bei den heißen Tagen sogar nahezu verdreifacht.

KKW_2014_2Im letzten Diagramm ist die Entwicklung der Jahresniederschlagssummen dargestellt. Hier war keine Homogenisierung erforderlich. Die blauen Säulen repräsentieren wieder die Einzeljahre, die schwarz gepunktete Linie das gleitende 10-Jahres-Mittel.

Auch hier gibt es sehr starke Schwankungen zwischen den einzelnen Jahren. Ein genereller Trend ist nicht auszumachen. Die letzten 10 Jahre waren jedoch vergleichsweise niederschlagsreich, doch dies sollte nicht überinterpretiert werden. Das letzte zu trockene Jahr war 2003. Die Anzahl von Niederschlagstagen mit mehr als 10 L/m² oder 20 L/m² ist leicht angestiegen, was auf eine Zunahme von Schauerniederschlägen hinweist. Die Zahl der Trockenperioden hat rein statistisch gesehen nicht zugenommen. Hier muss man jedoch bedenken, dass aufgrund der höheren Temperaturen Verdunstung und Wasserbedarf der Vegetation erheblich zunehmen. Daher haben Niederschlagssummen nur eine begrenzte Aussagekraft. Ein Anstieg der Trockenschäden bei z. B. Wäldern steht damit nicht im Widerspruch zu einer etwa gleich gebliebenen Anzahl von Trockenperioden.

Datenquelle:
1901/1946 – 2004: Deutscher Wetterdienst (DWD)
2005 – : Private Wetterstation Bocholt

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