Sommer verabschiedet sich mit letztem heißen Tag

Der Sommerferien sind am morgigen Mittwoch zu vorüber und auch der meteorologische Sommer 2017 endet in wenigen Tagen (am 31. August). Zum Abschied gab es am heutigen Dienstag (29.) noch einmal einen „heißen Tag“ mit einem Tageshöchstwert von genau 30 °C. Alle Daten und Fakten zum Sommer 2017 folgenden am kommenden Wochenende mit einem Sommerrückblick an dieser Stelle …

Ergiebige Regenfälle beenden Trockenheit vorerst

In der Region Niederrhein/Münsterland sind am Mittwochvormittag und -mittag (12.) mit Tiefdruckgebiet „Xavier“ längere, teils schauerartig verstärkte Regenfälle durchgezogen, die verbreitet ergiebige Niederschlagssummen gebracht haben. Die größten Regenmengen um oder über 40 L/m² fielen in einem Streifen von Goch über Rees, Xanten, Hamminkeln, Schermbeck, Raesfeld und Reken bis Dülmen und Lüdinghausen. An der privaten Station Bocholt (Stadt) wurden seit Beginn der Regenfälle in den frühen Morgenstunden insgesamt 31,5 L/m² gemessen. Damit sind hier seit Monatsbeginn immerhin 48,3 L/m² zusammengekommen.

Zurzeit vorliegende Niederschlagssummen aus der Region (11.+12.07.) ab 20 L/m²:
49,6 L/m² – Hamminkeln-Issel (LANUV)
48,7 L/m² – Xanten (DWD)
48,4 L/m² – Wesel-Flüren (DWD)
43,7 L/m² – Geldern-Walbeck (DWD)
41,3 L/m² – Hamminkeln-Mühlenrott (DWD)
40,2 L/m² – Groß Reken (DWD)
39,8 L/m² – Lüdinghausen-Brochtrup (DWD)
39,4 L/m² – Kleve-Reichswalde (DWD)
38,2 L/m² – Dorsten-Lembeck (DWD)
36,6 L/m² – Dinslaken (DWD)
34,8 L/m² – Bocholt-Mussum (Kläranlage; LANUV)
33,2 L/m² – Borken (Kläranlage; LANUV)
31,5 L/m² – Bocholt-Liedern (Wasserwerk; DWD)
31,5 L/m² – Bocholt-Stadt (privat)
29,9 L/m² – Borken-Gemenkrückling (DWD)
22,1 L/m² – Ahaus (DWD)
21,9 L/m² – Stadtlohn (DWD)
21,3 L/m² – Coesfeld (DWD)

Regenschauer treffen nur einzelne Landstriche

Am Pfingstwochenende (04./05.06.) sowie am Dienstag (06.) sind einzelne Regenschauer und Gewitter durch die Region gezogen. Nennenswerte Niederschlagsmengen kamen jedoch nur an wenigen Stationen der Region zustande, die sich in den Zugbahnen dieser Schauer- und Gewitterzellen befanden. Die seit Anfang März bestehende Trockenheit wurde somit nur punktuell ein wenig gelindert.

Am 03. fielen an der DWD-Station Geldern-Walbeck rund 25 L/m² und in Wesel-Flüren noch 18 L/m². An der Station Hamminkeln-Mühlenrott wurden an diesem Tag rund 9 L/m² gemessen. Zusammen mit den Niederschlägen vom Dienstag beläuft sich die Niederschlagssumme hier auf rund 18 L/m², an der Station Kleve immerhin auf 15 L/m². Der Raum Bocholt wurde von den Niederschlagsereignissen dagegen kaum getroffen. An der privaten Station Bocholt fielen seit Monatsbeginn nur 4 L/m².

Nachfolgend die Niederschlagssummen der letzten Monate:
03/2017: 58,4 L/m² (87 % vom langjährigen Mittelwert 1981-2010)
04/2017: 15,6 L/m² (36 %)
05/2017: 32,2 L/m² (49 %)
Meteorologischer Frühling 2017: 107,2 L/m² (60 %)
Vom 10. März 2017 bis zum aktuellen Zeitpunkt: ca. 70 L/m² – d. h. in fast drei Monaten gab es so viel Niederschlag wie sonst in ca. einem Monat fällt

Letzte April-Dekade: Weiterhin kühl, aber wenig Niederschläge

Der April 2017 wird nicht an seine frühlingshaften, teilweise gar frühsommerlichen Vorgänger (wie zuletzt 2014 und 2011) anknüpfen. Nach einem kurzen Frühlingsgastspiel am 31. März mit sagenhaften 24,6 °C, was einen neuen Höchststand für den Monat März markiert, sind die Temperaturen Anfang April auf zunächst jahreszeitenübliches Niveau gefallen.

Nach einem warmen Sonntag, 9. April, mit 21,8 °C, sind mit Beginn der zweiten April-Dekade kalte Luftmassen herangeströmt. Am gestrigen Mittwoch (19.) und heute (20.) sank das Thermometer in den leichten Frostbereich mit -1,5 °C bzw. -2,0 °C – der letzte Frost datierte bereits auf den 25. Februar. Nur mit Mühe wurde gestern die 10-°C-Marke haarscharf erreicht.

Nach zwei (fast) abgelaufenen Monatsdekaden kommt der April auf eine mittlere Temperatur von ca. 9,0 °C, das ist 0,8 K unter dem langjährigen Mittelwert 1981-2010 und sogar 0,2 K unter dem Wert des rekordmilden Vormonats. Mit bisher nur rund 12 L/m² Niederschlag ist der Monat außerdem recht trocken verlaufen.

Für die letzte April-Dekade ist keine grundlegende Änderung in Sicht. Die kommenden Tagen werden nicht mehr so sonnig, dafür bleiben die Nächte unter Wolken wieder etwas milder. Tagsüber ist das Temperaturniveau weiterhin recht verhalten mit 12-14 °C. Etwas Regen ist zu erwarten, aber keine nennenswerten Mengen. Mittelfristig könnte sich wieder kühles Hochdruckwetter durchsetzen. Die Nachtfrostgefahr ist noch nicht gebannt. Rechnet man die prognostizierten Werte ein, dürfte das bisherige Monatsmittel eher noch etwas sinken und vermutlich bei 8,x °C landen. Dass der langjährige Mittelwert oder der Wert des Vormonats noch erreicht wird, ist angesichts der seit Tagen so gerechneten Prognosen eher unwahrscheinlich.

Osterwetter 2017: Typisches „Aprilwetter“ – wechselhaft mit Regenschauern

Frühlingswetter über Ostern? Das ist dieses Jahr Fehlanzeige! In den vergangenen Tagen hat sich Tiefdruckeinfluss mit einigen Regenfällen eingestellt, der sich auch über die Ostertage 2017 fortsetzen wird.

Am morgigen Ostersonntag (16. April) erwartet uns ein Mix aus vielen, meist dichteren Wolken und etwas Sonnenschein und vor allem in der zweiten Tageshälfte einzelnen, örtlich kräftigen Regenschauern. Die Tempratur steigt von 5 °C in den Frühstunden auf maximal 10, 11 °C bei etwas längeren Sonnenschein an, meist liegen die Werte tagsüber bei dichterer Bewölkung im einstelligen Bereich. Dazu weht ein schwacher bis mäßiger Nordwestwind. Am Ostermontag (17.) nach Frühwerten von 2-3 °C tendenziell mehr Sonne als am Sonntag, aber im Tagesverlauf erneut einzelne örtlich kräftige Regenschauer bei sehr ähnlichen Tagestemperaturen. Kurzum: Typisches „Aprilwetter“! Damit unterscheidet sich die Witterung nicht viel vom Osterwetter 2016, als bei recht ähnlichen Temperaturen ebenfalls Regenschauer (siehe Foto) über die Region zogen.

Noch ein kurzer Ausblick auf die Folgetage: Am Dienstag (18.) und Mittwoch (19.) sieht es wieder freundlicher aus mit mehr Sonnenschein, doch es bleibt für Mitte April recht kühl mit Tageshöchstwerten um die 10 °C. In den Nächten erwarten uns bei Aufklaren leichter Bodenfrost, gegebenenfalls auch leichter Luftfrost. Je nach Lage sind Frühwerte von +1 bis -2 °C zu erwarten.

Rückblick März 2017: Neue Temperaturrekorde aufgestellt

Laut Messnetz des Deutschen Wetterdienstes (DWD) war der März 2017 im deutschen Gebietsmittel mit 7,2 °C der wärmste März seit Messbeginn 1881 – knapp vor den bisherigen Rekordhaltern 1938, 1989 (je 7,0 °C) sowie 1990, 2012 und 2014 (je 6,9 °C). Mit einem Monatsmittel von 7,2 °C wurde der langjährige Mittelwert der Referenzperiode 1961-1990 um 3,7 K, der der neuen Referenzperiode 1981-2010 um 2,9 K überschritten.

Nach den Messungen der Wetter- und Klimastation Bocholt gilt dies auch für den Raum Bocholt. An der Messstation Bocholt (Stadt) erreichte der März 2017 einen Wert von 9,2 °C, während 2014 bei 9,1 °C und 2012 bei 8,8 °C lagen. Die März-Monate der Jahre 1938 und 1989 liegen hierzulande nicht auf den vorderen Plätzen – der Rekordhalter bis 2014 war der März 1991 mit 8,9 °C. In den Klimareihen der umliegenden lange bestehenden Stationen (Münster seit 1891, Lüdinghausen seit 1950, Essen seit 1935, Düsseldorf seit 1935 und Geldern-Walbeck seit 1963) erreicht der März 2017 ebenfalls einen neuen Rekordwert; lediglich in der Reihe Kleve gibt es Unstimmigkeiten (wahrscheinlich auf Stationsverlegungen und mangelhafte Homogenisierung der Teilreihen zurückzuführen).

Der Monat verlief durchweg wärmer als im langjährigen Mittel (1981-2010). Dass es am Ende für einen neuen Rekord reichte, ist auch der Tatsache zu verdanken, dass es trotz der klaren Nächte zumindest an der Station in der Stadt komplett frostfrei blieb. Am kältesten war es in den Frühstunden des 22. mit +0,4 °C. An 3 Tagen wurden 20 °C erreicht, vor drei Jahren war dies bereits an 6 Tagen der Fall.

Die erste Monatsdekade präsentierte sich von Tiefdruckeinfluss geprägt, das heißt unbeständig, nass und sonnenscheinarm. Es kam zu häufigen Regenfällen bzw. Regenschauern, teilweise mit Graupel. Am 08., dem regenreichsten Tag des Monats, fielen durch länger andauernde Regenfälle 13,9 L/m². Insgesamt kamen vom 01. bis 10. rund 40 L/m² an Niederschlag zusammen, jedoch keine 15 Stunden Sonne (ohne den 10. sogar nur rund 9 Stunden). Dass die Temperaturen leicht überdurchschnittlich ausfielen, ist vor allem den wolkenreichen und daher milden Nächten zu verdanken, denn am vielen Tagen wurden tagsüber keine zweistelligen Werte erreicht.

Zu Beginn der zweiten Dekade wurde es sonniger und milder. Vom 11. bis 16. herrschte freundliches Wetter mit viel Sonne, nur lockeren Wolken und milden Temperaturen von 14 bis 16 °C, am 16. bis 16,9 °C. Nach einem kurzen Ende des Frühlingswetters um den 19./20. März herum setzte sich dann mit Auftakt der dritten Dekade wiederum sonniges Hochdruckwetter mit frühlingshaften Temperaturen durch. Mit Ausnahme des 29. wurden 10 sehr sonnige Tage registriert, dabei stiegen die Temperaturen mit Zufuhr milderer Luftmassen aus Südwesten Stück für Stück an. Am 31. März wurden frühsommerliche 24,6 °C erreicht und damit ganz klar ein neuer Rekordwert für den Monat März (alter Rekord: 24,1 °C am 29.03.1968 an der DWD-Station Bocholt-Marienschule).

Unwetter-Vorwarnung vor schweren Sturm-, evtl. orkanartigen Böen

Am heutigen Donnerstag (23.02.) zieht ein Sturmtief von Großbritannien her über die Nordsee Richtung Baltikum. In weiten Teilen Nord- und Mitteldeutschlands besteht ab dem Nachmittag die Gefahr schwerer Sturmböen bis 100 km/h, evtl. auch darüber. Der Deutsche Wetterdienst hat dementsprechend eine Vorwarnung zur Unwetterwarnung (gültig ab 15 Uhr) herausgegeben.

Bitte beachten Sie die Warnungen des Deutschen Wetterdienst!
>>> Aktuelle Warnsituation

Vorfrühling im Februar

Das vorfrühlingshafte Wetter gipfelte am heutigen Mittwoch nach frostigem Morgen mit -1,2 °C in einem Tageshöchstwert von 15,1 °C. Damit wurde zum ersten Mal in diesem Jahr die 15-°C-Marke erreicht. Gleichzeitig war es auch der mildeste Tag einer zweiten Februar-Dekade (11.-20. Februar) seit 9 Jahren: Über 15 °C in diesem Zeitraum wurden zuletzt am 11.02.2008 mit 15,9 °C verzeichnet. Der Rekord liegt bei 17,0 °C und stammt vom 20.02.1990 (DWD-Station Bocholt-Liedern).

Das sonnige Vorfrühlingswetter geht aber vorerst zu Ende. Ab morgen dominieren wieder die Wolken, in der Nacht auf Freitag ist etwas Regen möglich. Es bleibt aber vorerst mild mit Tageshöchstwerten zwischen 8 und 12 °C, auch in der Früh bleibt es in den nächsten Tagen frostfrei. Ein Wintereinbruch ist auch mittelfristig eher unwahrscheinlich.

Winterwetter endet mit Glatteis

Die erste Woche des Jahres 2017 zeigte sich winterlich. In von Osten her eingeflossener kontinentaler Kaltluft gingen die Werte am gestrigen Freitag (06.) in den Frühstunden bis auf -6,4 °C zurück, ehe tagsüber ein Höchstwert von nur -0,9 °C erreicht wurde. Damit gab es den bisher kältesten Tag sowie ersten Eistag des Winters 2016/2017. In der vergangenen Nacht zogen von Nordwesten leichte Schneefälle heran, am Samstagnachmittag folgte gefrierender Sprühregen. Bis zum Abend stieg die Lufttemperatur zwar um den Gefrierpunkt an, doch die Böden sind vielfach noch gefroren. Auf ungestreuten Straßen in Wohngebieten bildete sich durch die flüssigen Niederschläge somit eine Eisschicht auf den festgefahrenen Schnee: Glatteis.

Am morgigen Sonntag (08.) steigt die Temperatur weiter an auf Werte um 5 °C. Damit ist die Glatteisgefahr gebannt und die winterliche Periode vorerst vorbei. Auch in den kommenden Nächten bleibt es zunächst frostfrei.

Jahresrückblick 2016: Unwetter im Juni, Hitze im September

Das Jahr 2016 ist zu Ende gegangen und es ist wieder an der Zeit, anhand der Messwerte der privaten Wetterstation Bocholt eine Bilanz zu ziehen.

Insgesamt war das Jahr recht warm und nass. Mit einer Mitteltemperatur von 11,0 °C wurde der langjährige Mittelwert der Jahre 1981 bis 2010 um ein halbes Grad überschritten. Damit ist es das dritte warme Jahr in Folge. Sechs Monate waren wärmer als im Mittel (an der Spitze der September mit +3,3 K), vier Monate kälter, zwei durchschnittlich temperiert. Die Niederschlagsmenge summiert sich auf 958,7 L/m², ein Plus von 18 %. Beim Blick auf die Monatssummen ragt der Juni heraus, der es auf das Dreifache des Durchschnittswerts brachte, während der September nur ein Fünftel aufwies.

Ein Rückblick auf die Witterung in Jahresverlauf:

Der Januar begann nach dem extrem warmen Dezember 2015 recht mild, wenn auch das teils extreme Temperaturniveau des Vormonats nicht mehr erreicht wurde. Zu Beginn der zweiten Monatshälfte floss aus Nordosten kältere Luft heran. In der Folge gab es mäßige Fröste; am 19. wurden -7,1 °C (Jahres-Tiefstwert) und ein Eistag registriert. Am 17. lag eine geringe Schneedecke (1 cm). In  der letzten Monatsdekade strömte sehr milde Luft aus Südwesten in die Region, am 25. wurden 14,1 °C gemessen und damit ein neuer Rekordwerte für die dritte Januar-Dekade (bisher 13,5 °C am 28.01.2002). Dazu kam es zu ergiebigen Regenfällen. Insgesamt fiel der Januar mild und regenreich aus.

Im Februar setzte sich die milde, nasse Witterung mit vielen Atlantiktiefs zunächst fort. Der Rosenmonatszug am 8. musste in Folge einer Sturmwarnung abgesagt werden. In der zweiten Monatshälfte gingen die Temperaturen zurück und es kam häufig zu Nachtfrösten. Erneut mild und regenreich.

Der März fiel kälter aus als im langjährigen Mittel. Vor allem in der ersten Monatshälfte blieb es frostig, tagsüber verhaarten die Temperaturen meist noch im einstelligen Bereich. Richtung Monatsende stiegen die Werte zwar an, doch ein frühlingshaftes Niveau mit über 20 °C wurde erst Anfang April erreicht (am 03. bis 21,0 °C). Dieser Monat wurde im vergangenen Jahr seinem Namen allerdings gerecht, denn zum Monatsende stellte sich eine Nordwestlage mit häufigen Graupelschauern und kurzen Gewittern ein. Nachts kam es wiederholt zu leichten Bodenfrösten. Insgesamt fiel auch der April leicht kühler aus als im Mittel.

Auch der Mai wurde seinem Namen gerecht – als Wonnemonat: In der ersten Monatshälfte herrschte eine achttägige Hochdruckphase mit sonnigem Wetter und frühsommerlichen Höchstwerten bis 28,0 °C (07.). Trotz einer sich anschließenden längeren unbeständigen Witterungsperiode fiel der Mai am Ende recht warm aus.

Ein herausragender Monat war der Juni. In fast durchweg vorherrschender feuchtwarmer Luft kam es zu zahlreichen Regenschauern und Gewittern, die örtlich als Unwetter niedergingen und große Überflutungen zur Folge hatten. So zogen am 1. mehrere Gewitter mit ergiebigen Regenfällen durch die Region mit einem Schwerpunkt im Raum Hamminkeln/Xanten. Dort wurden 24-stündige Niederschlagsmengen von 120,3 L/m² (Hamminkeln-Mühlenrott) bzw. 111,1 L/m² (Xanten) registriert. Dreieinhalb Wochen später gab es eine erneute Unwetterlage: Am späten Abend des 23. (nach einem Tageshöchstwert von 33,0 °C) zogen schwere Gewitter von Südwesten her über die Region hinweg. Diesmal war der Raum Borken (Regenmengen bis 100 L/m²) am stärksten betroffen. An der Station Bocholt wurde mit 70,5 L/m² der höchste Tageswert seit 28.08.1996 und mit 213,8 L/m² der höchste Monatswert seit Beginn der Aufzeichnungen 1901 verzeichnet. Neben 9 Gewittertagen wies der Juni 9 Tage mit mindestens 10 L/m² auf.

Im Juli blieb die Gewitterneigung bestehen. Als am 20. Juli mit 35,0 °C die höchste Temperatur des Jahres verzeichnet wurde, brachten Gewitter am frühen Abend einen Temperatursturz. In dem Folgetagen lag eine subtropisch anmutende, feuchtwarme Luftmasse über der Region, in der sich weitere Schauer und Gewitter bildeten. Bei einer durchschnittlichen Temperaturbilanz wurde auch im Juli ein Niederschlagsüberschuss gemessen.

Der August begann recht kühl und nass. Im ersten Monatsdrittel wurde die 20 °C-Marke häufiger nicht erreicht, dafür kamen mit Schauern wieder größere Regenmengen zusammen. Nach dem Ende der Sommerferien in der letzten Monatsdekade, als der Sommer schon fast abgeschrieben wurde, stellte sich warmes, trockenes Hochdruckwetter mit bis zu 33,4 °C (25.) ein. Damit fiel der Monat sowohl von der Temperatur als auch vom Niederschlag her noch durchschnittlich aus.

Als wahrer Sommermonat 2016 kann der September gelten: Das stabile Sommerwetter von Ende August setzte sich fort und bescherte viele warme, sonnige Tage. Zur Monatsmitte kam es zu einer Hitzewelle: Vom 12. bis 15. September wurden vier heiße Tage in Folge verzeichnet mit Spitzenwerten bis 33,0 °C (13.) – dieser Tag geht als der wärmste Septembertag seit Beginn der Aufzeichungen in die Bocholter Statistik ein (zuvor 32,2 °C, 05.09.1949). An insgesamt sechs Niederschlagstagen fielen nur 14,4 L/m² – ein Fünftel des Durchschnittswerts.

Im Oktober gingen die Temperaturen wieder rasch auf jahreszeitenübliches Niveau zurück. Der Monat war insgesamt recht kalt, trocken und sonnenscheinarm. Der November zeigte sich ebenfalls recht kalt, aber regenreich. In der ersten und zweiten Monatsdekade kam es unter Tiefdruckeinfluss fast täglich zu Regenfällen. Zum Monatsende herrschte eine winterliche Witterungsphase mit mäßigen Frösten bis -5,9 °C (29.).

Der letzte Monat des Jahres, der Dezember, brachte wiederum längere Hochdruckwetterphasen und viele recht sonnige Tage. Am Anfang und Ende des Monats kam es zu leichten Nachtfrösten, ansonsten war es recht mild. Unterm Strich war der Monat recht mild, trocken und sonnenscheinreich.

Weihnachten 2016: Mild, regnerisch und windig

Das Weihnachtsfest 2016 steht vor der Tür! Nachdem eine „Weiße Weihnacht“ schon vor rund einer Woche abgeschrieben werden konnte (musste?), stellt sich jetzt die Frage, wie sich die Wetterlage während der Festtage im Detail gestaltet.

Pünktlich zu den Weihnachtstagen nimmt der Tiefdruckeinfluss an Fahrt auf. Bereits in der kommenden Nacht (vom 23. auf den 24.) nähert sich ein Sturmtief, das jedoch nördlich an Deutschland vorbeizieht. Insbesondere in den nördlichen Bundesländern und an den Küsten wird es am morgigen Heiligabend stürmisch. Auch in der Region nimmt der Wind in der kommenden Nacht zu, bleibt aber voraussichtlich unter Sturmstärke. Morgen tagsüber zunächst viele Wolken und morgens noch etwas Regen und frischer Wind. Im Tagesverlauf dann trocken, nachlassender Wind und am Nachmittag kurze sonnige Phasen. Temperaturen um 8 °C. Am späten Abend zieht wieder neuer Regen auf, dabei erneut zunehmender Wind. Am 25. ganztägig bedeckt, zeitweise Regen und frischer Wind. Bis zum späten Nachmittag Temperaturanstieg auf milde 12 °C. Am 26. ebenfalls viele Wolken und zeitweise Regen, wieder etwas kühler.

Nach dem Feiertagen stellt sich voraussichtlich kurzzeitig Hochdruckwetter mit etwas niedrigeren Temperaturen ein. Eine winterliche Phase mit mäßigem Frost und/oder Schnee ist allerdings nicht in Sicht.

 

Rückblick Oktober 2016: Kühler und sonnenarmer Oktober

Ein außergewöhnlich starkes Hochdruckgebiet blockiert im Oktober 2016 die Zugbahn atlantischer Tiefdruckgebiete nach Osteuropa. Diese bleiben so meist über West- oder Mitteleuropa hängen. Während des ganzen Monats kann damit, von wenigen Ausnahmen abgesehen, wolkenreiche und meist kühle Luft einfließen. Unter dem Strich fällt der Oktober dadurch recht kalt und sehr sonnenscheinarm aus.

Auf den drittwärmsten September in der Bocholter Klimareihe folgt ein der kälteste Oktober seit 2003: Der Oktober 2016 verfehlt mit einer Monatsmitteltemperatur von 9,7 Grad Celsius (°C) den langjährige Mittelwert 1981-2010 um immerhin 1,1 Kelvin (K). Besonders beachtlich ist, dass es gegenüber der zum Teil immer noch gebräuchlichen Referenzperiode 1961-1990 sogar erst der erste Monat des Jahres 2016 mit einem Temperaturminus ist. Bemerkenswert ist ferner die ausgesprochen große Temperaturdifferenz September / Oktober 2016 mit 8,4 K (Mittelwert: 4 K).

Die Ursache für das Temperaturminus ist das Ausbleiben letzter warmer Frühherbsttage. Der Übergang vom warmen Altweibersommerwetter in ungemütlich kühles Herbstwetter verläuft innerhalb weniger Tage Anfang Oktober. Nachdem in den ersten Oktobertagen noch milde Tageshöchstwerte um 18-19 °C gemessen werden, fällt die Temperaturkurve ab dem 5. unter den langjährigen Vergleichswert. Lediglich am 16. (übrigens Kirmessonntag) wird mit 19,8 °C, dem höchsten Oktoberwert, nochmals der Mittelwert erreicht.

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Tiefdruckgebiet mit ergebigen Regenfällen

20130916_1Ein Tiefdruckgebiet, das am gestrigen Mittwoch (19.) von der Nordsee her kommend auf seinem Weg Richtung Südost über Nordwestdeutschland zog, brachte im Münsterland, Ostwestfalen und angrenzenden Teilen Niedersachsens längere und ergiebige Regenfälle. An der privaten Station in Bocholt kamen 24-stündig bis heute (20.) Früh, 8 Uhr, 29,9 Liter Regen pro Quadratmeter (L/m²) zusammen. Die 48-stündige Gesamtsumme von Dienstag- bis Donnerstagmittag (14 Uhr) beläuft sich auf satte 42,1 L/m².

In den nächsten Tagen wird es zwar nicht mehr ganz so regnerisch, doch wolkenreich. Aufgrund der fortschrittenen Jahreszeit nimmt auch die Hochnebelwahrscheinlichkeit bei Hochdruckeinfluss wieder zu. Es bleibt auch für die Jahreszeit gesehen recht kühl, die Temperaturen schaffen es tagsüber nur noch wenig über die 10-°C-Marke. Der Oktober ist auf gutem Weg, mit einem Temperaturminus im Vergleich zum langjährigen Mittel abzuschneiden. Luftfrost ist in den nächsten Tagen allerdings noch nicht zu erwarten.

Kirmeswetter 2016: Sonniger Sonntag erwartet

Das sonnige, warme bzw. milde Spätsommer- bis Frühherbstwetter ist in diesem Jahr Geschichte, in den letzten Tagen hat es sich markant angekühlt mit ersten lokalen Boden- und teilweise Luftfrösten. Allerdings muss man unterstreichen, dass die Temperaturen der letzten Tage völlig der mittlerweile fortgeschrittenen Jahreszeit entsprechen. Die Frage, um die es heute geht, ist: Wie wird das Kirmeswetter 2016? (Für Interessierte: So war es im letzten Jahr!)

201411-04Am Freitag (14.) erwartet uns ein Mix aus Sonnenschein, vielen Wolken und einem mäßigen Ostwind, wobei die Sonnenanteile im Vergleich zu heute etwas zu- und der kalte Wind abnehmen dürften. Höchstwerte 13-14 °C. Im Laufe des Abends nimmt die Bewölkung zu und in den späten Abendstunden bzw. der ersten Nachthälfte ist leichter Regen möglich. Der Samstag (15.) startet mit etwas Regen, der in der ersten Tageshälfte abzieht. Anschließend erst noch stark bewölkt, am Nachmittag Auflockerungen und mehr Chancen auf Sonnenschein. Maximal 15 °C. Der beste Tag für den Kirmesbesuch wird voraussichtlich der Sonntag (16.): Nach einem kühlen Morgen sieht es heute nach einem sehr sonnigen Tag bei milden 19 °C aus. Für Montag (17.) wieder mehr Wolken, aber noch mild.

Markante Abkühlung: Erste lokale Fröste und kalte Tage

Der Herbst ist gekommen: Nach genau 165 Tagen blieb das Thermometer an der privaten Wetterstation Bocholt am gestrigen Mittwoch (12.) im einstelligen Temperaturbereich. Am Nachmittag wurde ein Höchstwert von 9,9 °C gemessen und damit der erste „kalte Tag“ der Saison registriert. Der letzte kalte Tag war der 30. April mit 9,8 °C. Bereits am Montag (10). und Dienstag (11.) hatte es sich mit Nebelbildung deutlich abgekühlt mit Werten um 2-3 °C in den Frühstunden.

Während es an der städtische gelegenen Station auch in Bodennähe noch knapp frostfrei blieb, gab es im Außenbereich den ersten Bodenfrost, im Münsterland gebietsweise auch den ersten Luftfrost, wie zum Beispiel in Borken (-0,3 °C) und Ahaus (-0,1 °C).

Rückblick September 2016: Ein sehr warmer, trockener und sonniger Sommermonat

Im September 2016 hält anhaltender Hochdruckeinfluss atlantische Tiefdruckgebiete weitgehend von Mitteleuropa fern und sorgt in Deutschland für einen extrem warmen, sehr trockenen und sonnenscheinreichen Monat, der die vorangegangenen teils sehr verregneten Sommermonate in den Schatten stellt.

Mit einer Monatsmitteltemperatur von 18,1 Grad Celsius (°C) fällt der September 2016 um 3,3 Grad wärmer aus als im langjährigen Mittel der Referenzperiode 1981-2010. Der Monat ist damit der drittwärmste September in der Bocholter Klimareihe (seit 1946) – nach 2006 (18,7 °C) und 1999 (18,3 °C). Außerdem ist es der erste Monat in diesem Jahr mit einer markanten positiven Temperaturabweichung.

Die erste Monatshälfte verläuft sommerlich. Vom 12. bis zum 15. kommt es zu einer markanten Hitzewelle in weiten Teilen Deutschlands, die in Bocholt für 4 heiße Tage und einen neuen Septemberrekord von 33,0 °C (13.) sorgt. Die Tagesmitteltemperaturen erreichen um 25 °C – damit ist es über 10 Grad wärmer als im langjährigen Mittel zu dieser Jahreszeit. Ab dem 16. kommt es zu einem markanten Temperatursturz auf durchschnittliches Niveau. In der letzten Monatsdekade wird die 25 °C-Marke nochmals (25.) erreicht, sodass am Ende 9 Sommertage registriert werden (1999: 11 Tage und 2006: 10 Sommertage). In gesamtem September wird die 20 °C-Marke wird nur zwei Tagen (20. und 30.) verfehlt – im kühlen September 2015 war dies an 25 Tagen der Fall.

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Durch das fortdauernde Hochdruckwetter bleibt der September 2016 im Gegensatz zu den Vormonaten sehr trocken. Es werden nur 14,4 Liter pro Quadratmeter (L/m²) gemessen – nur 20 % des langjährigen Mittels der Referenzperiode 1981-2010. Der September ist damit nach 1959, 2006 und 1969 der vierttrockenste in der Bocholter Niederschlagsreihe (seit 1901) und der trockenste seit 2006 (6,6 L/m²).

Der überwiegende Teil der Niederschlagssumme kommt in der Nacht vom 15. auf den 16. zu Stande, als eine Gewitterfront von Süden her die Region überquert und kurzzeitigen Starkregen verursacht. Ansonsten sind die Tagesniederschlagssummen nicht der Rede wert. In die Klimastatistik gehen nur 6 Niederschlagstage (mindestens 0,1 L/m²) ein – selbst 2006 waren es 8 Niederschlagstage.

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Heute neuer Temperaturrekord erwartet

Am heutigen Dienstag (13.09.) erwarten uns hochsommerlich heiße 32, evtl. 33 °C. Damit geht der Hochsommer nicht nur in eine „außerplanmäßige“ Verlängerung, es wird voraussichtlich sogar ein neuer Temperaturrekord für Mitte September aufgestellt (bisher: 31,2 °C am 13.09.1947, DWD-Station Bocholt-Liedern). Auch ein neuer absoluter Septemberrekord (32,2 °C am 05.09.1949) ist denkbar.

Auch morgen (14.) und Donnerstag (15.) wird es nochmals sehr warm bis heiß mit rund 30 °C, ehe die Werte ab Freitag (16.) auf „jahreszeitenübliches“ Niveau von 20-22 °C zurückgehen. Dazu wird es unbeständiger, wobei sich die Modelle bezüglich Regen noch sehr uneins sind.

Aktualisierung 13.09.2016, 20 Uhr:
Mit einem Tageshöchstwert von 33,0 °C (um 16.17 Uhr) an der Wetterstation Bocholt (Kurfürstenstraße) wurde heute ein Temperaturrekord für dem Monat September in der Bocholter Klimareihe (seit 1946) aufgestellt. Damit wurde in diesem Jahr nach dem 23. Juni (33,0 °C), 20. Juli (35,0 °C) und 25. August (33,4 °C) zum 4. Mal die 33-°C-Marke erreicht.

Aktualisierung 14.09.2016, 20 Uhr:
Heutiger Tageshöchstwert: 32,7 °C

Rückblick Sommer 2016: Regenreichster Sommer seit 60 Jahren

Der Sommer 2016 geht im Raum Bocholt als der regenreichste Sommer seit 60 Jahren mit dem nassesten Monat seit Aufzeichnungsbeginn in die Statistik ein. Dazu ist es in allen drei Monaten vergleichsweise warm bei einen insgesamt leichten Sonnenscheindefizit.

Die mittlere Temperatur der drei meteorologischen Sommermonate Juni, Juli und August liegt mit 18,5 Grad Celsius (°C) um 0,6 Grad über dem langjährigen Mittel 1981-2010 und genau auf dem Vorjahresniveau. Damit ist 2016 der 15.-wärmste Sommer in der Bocholter Klimareihe (seit 1946).

Längere sommerlich warme Abschnitte mit mehreren Sommertagen (ab 25 °C) in Folge gibt es in der ersten Junidekade, zweiten Julihälfte und letzten Augustdekade. Kurze Hitzewellen treten am 23. Juni (33,0 °C), um den 20. Juli (35,0 °C) und den 25. August (33,4 °C) herum auf. Ansonsten liegen die Temperaturen überwiegend auf dem Niveau des langjährigen Mittels. Ausgesprochen kühl ist es Ende Juni/Anfang Juli und phasenweise in der ersten Augusthälfte – in der im Durchschnitt wärmsten Zeit des Jahres.

Insgesamt werden 28 Sommertage und 7 heiße Tage verzeichnet. Diese Werte entsprechen fast exakt den langjährigen Mittelwerten. Von Rekorden hinsichtlich der Temperatur ist der Sommer 2016 im Gegensatz zu seinem Vorgänger weit entfernt. Beachtlich ist allerdings die Folge von 3 heißen Tagen in der letzten Augustdekade (24.-26. August) – eine solche ist bisher lediglich 1964 und 2001 registriert worden.

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Der Sommer 2016 geht klar als der regenreichste Sommer seit 60 Jahren in die Bocholter Klimastatistik ein. Zwischen den 1. Juni und dem 31. August regnen insgesamt 388,1 Liter pro Quadratmeter (L/m²) über die Station an der Kurfürstenstraße nieder. Damit wird beinahe genau der Rekordwert aus dem Sommer 1956 von 389,7 L/m² erreicht.

Besonders regenreich verlaufen der Juni – der nasseste Monat seit Beginn der Bocholter Aufzeichnungen – und die letzte Juli- sowie erste Augustdekade. Am 1. Juni kommt es zu wiederholten Gewittern mit ergiebigen Niederschlagsmengen, die an der Station 40,6 L/m² bringen. In den südlichen Ortsteilen Bocholts fallen über 60 L/m² und führen zu Überschwemmungen; an der benachbarten Station Hamminkeln-Mühlenrott wird mit unvorstellbaren 120,3 L/m² ein neuer Allzeitrekord registriert. Nach einer kurzen stabilen Phase lebt die Gewittertätigkeit ab der zweiten Junidekade wieder auf. Am 23. Juni kommt es erneut zu Gewittern mit ergiebigen Niederschlägen und Überflutungen. Diesmal werden in Bocholt 70,5 L/m² und damit der höchste Tageswert seit 1998 erreicht (siehe Bericht). Nach einer trockeneren ersten Julihälfte gibt es in der letzten Julidekade erneut mehrere Gewitterlagen. Anfang August führen atlantische Tiefausläufer nochmals zu ergiebigeren Regenfällen, ehe die Niederschlagsneigung im weiteren Monatsverlauf erheblich abnimmt.

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Mit insgesamt rund 592 Stunden Sonnenschein bleibt der Sommer 2016 leicht unter seinem langjährigen Mittelwert von 613 Stunden. Auffällig sind zahlreiche sonnenscheinarme Tage in der zweiten und dritten Junidekade sowie Anfang August. Längere Schönwetterphasen mit sehr sonnigen Tagen sind im Sommer 2016 rar – herausragend ist hier die zweite Augusthälfte mit 9 sonnenscheinreichen Tagen.

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Der Sommer zeigt noch einmal, was er kann

MS_065520_19082016-00zNach einer oft unbeständigen und kühlen ersten Augusthälfte hatte man den Sommer 2016 schon beinahe abgeschrieben und auf einen schönen Spätsommer im September gehofft. Doch die Wettermodellwelt ist seit einigen Tagen einer anderen Meinung: Mittlerweile lässt der Großteil der Modelle in der kommenden Woche (ab 22.) sehr warme Luftmassen zuerst nach Frankreich strömen und anschließend nach Deutschland übergreifen. Unsicherheiten bestehen zurzeit noch darin, ob die sehr warme Luftmasse aus Westfrankreich in voller Intensität (20-22 °C in 850 hPa Höhe) oder nur abgeschwächt auf Deutschland übergreift und in der genauen zeitlichen Abfolge. Am Eintreffen eines furiosen Sommerfinales dürfte aber mittlerweile kein Zweifel mehr bestehen.

Aus den aktuellen Modellen lässt sich folgende Prognose ableiten: Nach einem kühlen und leicht unbeständigen Wochenende (20./21.) mit örtlichen Regenschauern und auffrischendem Wind beruhigt sich die Wetterlage zu Beginn der kommenden Woche. Ab Dienstag (23.) gibt es in der Region wieder reichlich Sonnenschein bei deutlich ansteigenden Temperaturen (siehe Diagramm oben). Ab Mittwoch (24.) erreichen die Höchstwerte den Bereich der 30-°C-Marke. Ob die Werte in der zweiten Wochenhälfte im Bereich um 30 °C verharren oder noch einmal Richtung 35 °C steigen, kann noch nicht sicher beurteilt werden. So viel jedenfalls: Der Rekord der Bocholter Klimareihe für die dritte August-Dekade liegt bei 34,7 °C und wurde am 27.08.1964 an der früheren DWD-Station am heutigen Mariengymnasium aufgestellt.

August: Nach nur 3 Tagen bereits rund 50 % Niederschlag

Es scheint, als ob der August die Serie nasser Sommermonate in diesem Jahr fortsetzt. Nach nur 3 Tagen sind an der Station Bocholt-Kurfürstenstraße bereits 36,8 L/m² gefallen, das entspricht fast der Hälfte des langjährigen Mittelwerts (75 L/m²). Kräftige Regenschauer am Mittwochabend (03.) brachten alleine zwischen 22.00 und 22.30 Uhr 13,0 L/m². Mit einer Tagesniederschlagssumme von 25,1 L/m² war Bocholt am Mittwoch der regenreichste Ort in NRW.

Die Niederschlagssumme seit 1. Juni, dem meteorologischen Sommerbeginn, beläuft sich aktuell auf 348,4 L/m² (Mittelwert: 220 L/m²). Damit ist der Sommer 2016 bereits zum aktuellen Zeitpunkt der nasseste Sommer seit 1956, als an der damaligen Bocholter Wetterstation rund 390 L/m² verzeichnet wurden.

Rückblick Juli 2016: Durchschnittlich warm, aber sehr nass

Im Juli 2016 befanden wir uns abwechselnd unter dem Einfluss von Hoch- und Tiefdruckgebieten. In der ersten Monatshäfte wurde die Region immer wieder von schwachen Tiefausläufern gestreift. Ab der Monatsmitte sorgte ein Hoch für hochsommerliche Temperaturen. Zu Beginn der letzten Dekade führten schwache Luftdruckgegensätze zu tropisch anmutenden Verhältnissen mit Schwüle und häufigen Regenschauern und Gewittern.

Mit einer Monatsmitteltemperatur von 19,2 Grad Celsius (°C) liegt der Juli 2016 um 0,3 Kelvin (K) über dem langjährigen Mittelwert 1981-2010 und ist damit als durchschnittlich warm zu bezeichnen. In der ersten Monatsdekade verläuft die Temperaturkurve längere Zeit unter dem langjährigen Durchschnittswert, doch nur am 2. und 3. wird die 20-°C-Marke verfehlt. Am 7. wird der Monatstiefstwert von 9,5 °C registriert. Zum Ende der ersten Dekade gibt es eine leichte Aufwärtstendenz, und am 10. erreicht das Thermometer mit Zufuhr warmer Luft an der Vorderseite eines Tiefs einen Tageshöchstwert von 30,1 °C. Mit Beginn der zweiten Dekade geht die Temperatur bereits wieder merklich zurück.

Erst in der zweiten Monatshälfte stellt sich mit zunehmendem Hochdruckeinfluss eine etwas stabilere (hoch-)sommerliche Witterungsphase ein. Ab dem 18. werden täglich Sommertage (ab 25 °C) verzeichnet, am 20. schließlich das Monatsmaximum mit hochsommerlichen 35,0 °C. Bis zum 26. bleibt es bei Sommertemperaturen, dabei ist es oft recht schwül. Zum Monatsende gehen die Temperaturen mit Zufuhr kühler atlantischer Luftmassen wieder zurück. Mit insgesamt 10 Sommertagen und 3 heißen Tagen liegt der Juli in etwa im Bereich des langjährigen Mittels (11 Sommertage und 3 heiße Tage). Auffällig ist, dass nur an 2 Tagen die 20-°C-Marke nicht erreicht wurde, denn im Mittel ist das an ca. 6 Tagen der Fall.

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Insgesamt fallen im Juli 97,8 Liter Niederschlag pro Quadratmeter (L/m²), das ist rund ein  Drittel mehr als im langjährigen Mittel 1981-2010 (73 L/m²). In den ersten drei Monatstagen kommen mit häufigen Regenschauern und Gewittern bereits 24 L/m² zusammen, ehe in der ersten Monatshälfte die Niederschlagsneigung spürbar nachlässt. So gibt es Mitte Juli erstmals seit Mitte Mai wieder mehr als drei trockene Tage hintereinander. Ab dem 20. fließen feuchtwarme, schwüle Luftmassen heran, in denen es häufig zu lokalen Regenschauern und Gewittern kommt. Am 22. kommen durch Gewitter 20,9 L/m² zusammen, am 23. mit Regenschauern 11,6 L/m². Zum Monatsende wird die schwüle Luft durch feuchtkühle atlantische Luftmassen ersetzt, die ebenfalls Schauer und Gewitter bringen.

Da der Niederschlag ausschließlich in Form von Schauern und Gewittern zu Stande kam, nimmt der Raum Bocholt mit nahe 100 L/m² allerdings einen Spitzenplatz in der Region ein. An vielen Orten ist die Niederschlagsbilanz durchschnittlich, im nördlichen Ruhrgebiet ist der Monat sogar erheblich zu trocken verlaufen (z. B.: DWD-Station Dusburg-Baerl nur 16,8 L/m²).

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Feuchte Luftmassen verhindern Sonnenschein

Die Sonne hat es in diesen Tagen schwer: Deutschland liegt derzeit in einem Bereich sehr geringer Luftdruckunterschiede, das heißt, die eingeflossene warme, aber auch sehr feuchte und zu Schauern neigende Luftmasse liegt ziemlich stationär über unserem Land.

In den vergangenen Tagen kam es zu örtlichen Schauern und Gewittern. Am Freitag (22.) zogen in den Morgen- und Vormittagsstunden mehrere Gewitterzellen, die sich in der deutsch-niederländischen Grenzregion gebildet hatten, über den Kreis Kleve Richtung Nordosten und auf dem Weg auch über Bocholt hinweg (siehe Foto). Dabei kam es zu Starkregen und Hagel bis 1 cm. An der Station an der Kurfürstenstraße fielen 20,9 L/m². Am Samstag (23.) bildeten sich im Tagesverlauf örtlich begrenzt ebenfalls einige Schauer und Gewitter. Während die nord- und östlichen Stadtteile Bocholts leer ausgingen, konnten an der Station wiederum 11,6 L/m² verzeichnet werden.

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Durch die häufigen Regenfälle wird die Luftmasse in Bodennähe zusätzlich angefeuchtet, was zur vermehrter Nebel- und Wolkenbildung führt. So hat es die Sonne schwer, die kompakte Wolkendecke wegzuheizen. Ob die Sonne es schafft, durchzukommen, ist von den Wettermodellen nur schwer vorhersagbar und daher mehr ein Lotteriespiel. Angesichts der warmen Luftmassen wären bei längerem Sonnenschein Temperaturen bis 30 °C denkbar – in Teilen NRWs, wo es am Samstag durchgängig bedeckt blieb, wurden jedoch nur mit Mühe 20-22 °C erreicht.

Im Laufe der neuen Woche (ab 25.) kommt etwas mehr Bewegung in die Luftmasse, sodass die schwülwarme Luftmasse langsam ausgetauscht wird. Allerdings gehen die Temperaturen auch wieder leicht zurück. Von Werten jenseits der 25-°C-Marke müssen wir uns wahrscheinlich verabschieden.

Rückblick Juni 2016: Nassester Monat seit Aufzeichnungsbeginn

Warm, äußerst nass und recht sonnenscheinarm – so lässt sich der Juni 2016 beschreiben. In der Niederschlagsreihe Bocholt, die seit 1901 besteht, nimmt der Juni 2016 den Platz des nassesten Monats ein. Herausragend waren die extremen Niederschlagsmengen, die am 01. und 23. Juni örtlich zu Stande kamen und verbreitet Überflutungen hervorriefen.

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Trotz des Regenreichtums war der Juni 2016 recht warm. Mit einer Monatsmitteltemperatur von 17,8 °C liegt der Monat um 1,1 Grad über dem langjährigen Mittelwert 1981-2010, das ist der höchste Wert seit immerhin sechs Jahren (Juni 2010: 17,9 °C). Dass der Monat so warm ausfällt, ist darin begründet, dass keine kühlen Phasen auftraten. Sommerliche Temperaturen herrschten zu Monatsbeginn, als vom 2. bis zum 7. täglich Sommertage (ab 25 °C) verzeichnet wurden. Ab dem 8. gingen die Werte auf ein durchschnittliches Niveau zurück. Die „Schafskälte“ blieb in diesem Jahr aus; am 10. wurde der Monatstiefstwert mit milden 10,1 °C gemessen. Einen kurzen Hitze-Peak gab es am 23., als mit Zufuhr schwülwarmer Luftmassen 33,3 °C gemessen wurden. Insgesamt gab es 9 Sommertage und nur 5 Tage mit Höchstwerten unter 20 °C (Mittelwerte: 6,5 Sommertage und 13 Tage unter 20 °C).

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Die Niederschlagsmengen waren im Juni 2016 ganz klar auffälliger als die Temperaturen. Vom 1. bis zum 30. kamen an der Station an der Kurfürstenstraße insgesamt 213,8 L/m² zusammen, rund das Dreifache des langjährigen Durchschnitts (72 L/m²). In der Bocholter Niederschlagsreihe, die seit immerhin 1901 besteht, wurde noch nie ein so hoher Monatswert gemessen. Der alte Rekord stammt aus dem Oktober 1998 mit 196,4 L/m² bzw. für den Monat Juni aus dem Jahr 1997 mit 142,7 L/m².

Der Großteil der Monatssumme kam mit Gewittern am 1. und in der Nacht vom 23. auf den 24. Juni zustande. Am 1. kam der Raum Bocholt recht glimpflich davon. An der Kurfürstenstraße wurden 40,6 L/m² registriert, in den südlichen Stadtteilen fielen Radaranalysen zur Folge ca. 50-60 L/m². An diesem Tag zogen mehrere Gewitter aus Nordosten über den Raum Borken, Hamminkeln und Xanten Richtung Geldern hinweg. Strichweise wurden extreme Mengen gemessen – an der Station Hamminkeln-Mühlenrott 120,3 L/m², in Xanten 111,1 L/m² (siehe Berichte). Rund drei Wochen später zogen mehrere starke Gewitter von Südwesten über die Region. Diesmal war hauptsächlich der Raum Bocholt/Borken betroffen. An der Station Bocholt-Kurfürstenstraße wurden 70,5 L/m² in 9 Stunden (22 bis 7 Uhr Folgetag) registriert. Damit ist der 23. Juni der drittnasseste Tag in der Bocholter Reihe – mehr Regen weisen nur der 30.08.1968 (73,6 L/m²) und der 28.08.1996 (85,1 L/m²) auf. Neben einigen Blitzeinschlägen wurden viele Keller in der Stadt in dieser Nacht überflutet. Ab dem 24. kam zu einem Hochwasser an der Bocholter Aa und den örtlichen Bächen, wodurch viele Flächen noch tagelang unter Wasser standen.

Zusammen mit diesen zwei Extremereignissen wiesen insgesamt 9 Tage mindestens 10 L/m² auf – eine solch hohe Zahl wurde bisher nur im September 1957 (189,4 L/m²) erreicht. Zu erwähnen sind außerdem die großen regionalen Unterschiede hinsichtlich der Monatssumme. Im Gegensatz zum Südkreis blieb der nördliche Kreis Kleve am 1. Juni fast trocken (Monatssumme Station Kleve 133 L/m²; Geldern-Walbeck 239 L/m²). Die nassesten Orte waren Xanten (321 L/m²), Hamminkeln (304 L/m²) und Wesel (289 L/m²). An der Station Borken kamen 283 L/m² zusammen, in Stadtlohn 195 L/m², in Reken-Groß Reken 193 L/m² und in Ahaus wiederum „nur“ 135 L/m².

In Bocholt fallen 70,5 L/m² in 9 Stunden: Hochwasser in der Region

An der privaten Wetterstation Bocholt (Stadt) kamen 70,5 mm in 9 Stunden zusammen in Folge mehrerer, zum Teil schwerer Gewitter zwischen 23.06., 22 Uhr, und 24.06., 07 Uhr. Alleine bei dem Unwetter mit einer extremen Blitzrate und Starkregen zwischen 22 und 23 Uhr fielen 28,8 mm in 1 h. Ein schweres Gewitter um kurz nach 02 Uhr verursachte drei Blitzeinschläge im Stadtgebiet. Ein weiteres Gewitter zog in den Frühstunden über die Stadt hinweg.

Der Wert von 70,5 mm ist der höchste Tageswert (24-Stunden-Wert) in der Bocholter Klimareihe seit 28.08.1996, als an der DWD-Bocholt-Liedern 85,1 mm gemessen wurden (Rekord für Bocholt). Stündliche Werte, aus denen 9 h-Summen ableitbar wären, liegen leider nicht vor. In der Region kamen verbreitet über 50 mm zusammen, vielfach 70-80 mm, im Raum Borken 90 bis 100 mm. Auch der Raum Hamminkeln ist nach den extremen Unwettern vom 1. Juni (siehe unten) wieder betroffen.

Hier eine Auswahl der 12 h-Regenmengen ab 50 mm (23.06.2016, 20 Uhr, bis 24.06.2016, 8 Uhr; Liste wird fortlaufend ergänzt):
97,8 mm Borken-Kläranlage (LANUV)
88,7 mm Xanten-Vynen (DWD)
78,8 mm Bocholt-Mussum/Industriepark (Kläranlage; LANUV)
72,5 mm Coesfeld-Goxel (Kläranlage; LANUV)
70,5 mm Bocholt-Stadt / Kurfürstenstraße (privat)
70,4 mm Bocholt-Liedern (Wasserwerk; DWD)
67,8 mm Legden (MeteoGroup)
64,5 mm Borken-Süd (MeteoGroup)
61,3 mm Raesfeld-Erler Mark (Kläranlage; LANUV)
61,1 mm Hamminkeln-Issel (LANUV)
57,7 mm Schermbeck-Dämmerwald (LANUV)
56,8 mm Hamminkeln-Mühlenrott (DWD)
54,8 mm Heiden-Kläranlage (LANUV)
54,1 mm Stadtlohn-Estern (DWD)
50,2 mm Wesel-Flüren (DWD)

DWD-Borken-Gemenkrückling: Ausfall (vermutlich ca. 100 mm)
DWD-Station Coesfeld-Brink: Ausfall (vermutlich ähnliche Summe wie an der Nachbarstation COE-Goxel)

Niederschlagsrekorde in den Reihen Hamminkeln, Xanten, Wesel, Geldern

Die größte Niederschlagssumme bei den Unwettern am 1. Juni wurde an der DWD-Niederschlagsstation Hamminkeln-Mühlenrott (siehe Foto) aufgestellt: Extreme 120,3 Liter pro Quadratmeter (L/m² = mm) wurden hier im offiziellen Messzeitraum (01., 8 Uhr, bis 02., 8 Uhr) gemessen. Damit wurde die bisher größte Tagesniederschlagssumme von 69,5 mm, aufgestellt am 29.07.2005, beinahe verdoppelt! Auch an den umliegenden Niederschlags- und Klimastationen wurden vielfach neue Tagesniederschlagsrekorde aufgestellt. Hier eine Zusammenstellung:

DWD_Hamminkeln_Muehlenrott_Station_nach_SO120,3 mm in Hamminkeln-Mühlenrott (Reihe seit 1931)
alter Rekord: 69,5 mm am 29.07.2005

111,1 mm in Xanten (Reihe seit 1951)
alter Rekord: 68,9 mm am 30.08.1968

97,5 mm in Wesel-Flüren (Reihe seit 1951)
alter Rekord: 69,2 mm am 14.08.1954

88,7 mm in Geldern-Walbeck (Reihe seit 1941)
alter Rekord: 72,2 mm am 29.07.2005

77,4 mm in Borken (Reihe seit 1941)
Rekord von 78,8 mm am 30.08.1968 nur knapp verfehlt

Gewitter mit sintflutartigen Regenfällen

Zum Beginn des meteorologischen Sommers (1. Juni) sind am gestrigen Mittwoch vom Nachmittag bis in die Nacht hinein zahlreiche Gewitter mit äußerst ergiebigen, fast sintflutartigen Regenfällen durch die Region gezogen.

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Besonders getroffen war ein Streifen von Borken über Hamminkeln, Xanten, Sonsbeck und Kevelaer bis Geldern, da hier die Zugstrecke mehrerer Gewitterzellen verlief. Den Messwerten und der Radaranalyse zurfolge kam es verbreitet zu über 60 mm Regen, in Hamminkeln und Xanten wurde die 100 mm-Marke überschritten. Nach ersten Untersuchungen wurden in den langjährigen Niederschlagsreihen der Stationen Hamminkeln-Mühlenrott und Xanten neue Tagesrekorde aufgestellt (weiterer Bericht folgt). Auch im südlichen Bocholter Stadtgebiet (Ortsteile Biemenhorst, Lankern und Mussum) sind schätzungsweise um 60 mm gefallen und haben einige Flächen überflutet.

Hier eine Auswahl der höchsten Regenmengen (01.06.2016, 8 Uhr, bis 02.06.2016, 8 Uhr; Liste wird fortlaufend ergänzt):
120,3 mm Hamminkeln-Mühlenrott (DWD)
117,4 mm Hamminkeln-Issel (LANUV)
111,1 mm Xanten-Vynen (DWD)
97,5 mm Wesel-Flüren (DWD)
88,7 mm Geldern-Walbeck (DWD)
81,6 mm Borken-Kläranlage (LANUV)
77,4 mm Borken, Bauerschaft Gemenkrückling (DWD)
65,4 mm Rhede (privat)
62,6 mm Wesel-Blumenkamp (privat)
61,9 mm Borken-Süd (MeteoGroup)
57,9 mm Straelen (MeteoGroup)
52,6 mm Issum (MeteoGroup)
43,3 mm Bocholt-Mussum/Industriepark (Kläranlage; LANUV)
40,6 mm Bocholt-Kurfürstenstraße (privat)
31,5 mm Bocholt-Liedern (Wasserwerk; DWD)

Auch heute und in den nächsten Tagen sind wieder heftige Gewitter möglich, die lokal zu erheblichen Niederschlagssummen führen können. Die feuchtwarme Luftmasse wird voraussichtlich erst zu Beginn der kommenden Woche ausgeräumt.

Dritte April-Dekade: Zum letzten Mal 1997 einstellige Werte

20160424Ein wechselhafter Mix aus kurzen sonnigen Abschnitten, frischem Wind und dichten Wolken mit häufigen Regen-Schnee-Graupelschauern – so präsentierte sich der heutige Sonntag (24.04.2016). Dabei blieb es sehr kühl: Während der Schnee- und Graupelschauer am Mittag wurden zwischenzeitlich nur 2,4 °C gemessen. In einer längeren sonnigen Phase am Nachmittag um kurz nach 16 Uhr erreichte das Thermometer einen Tageshöchstwert von immerhin 9,0 °C.

„Typisches Aprilwetter“ – von wegen! Insbesondere in den letzten Jahren herrschte in der letzten April-Dekade (21.-30.) häufig beständiges Wetter mit frühlingshaften bis frühsommerlichen Temperaturen. Ein paar Beispiele gefällig? Am 25.04.2014 wurde mit 25,0 °C der erste Sommertag des Jahres verzeichnet. In der letzten April-Dekade 2011 erreichten 8 von 10 Tagen die 20-°C-Marke (mit einem Maximum von 27,9 °C am 22.), im Jahr 2007 sogar 9 Tage (Maximum 29,0 °C am 25.). Auch im Jahr 2010 wurden mit 26,7 °C sommerliche Werte erreicht. Ein einstelliges Tagesmaximum gab es zum letzten Mal im Jahre 1997: Am 22.04.1997 wurden an der damaligen DWD-Wetterstation in Bocholt-Liedern 9,2 °C gemessen. Damit war der heutige Tag der kälteste Ende-April-Tag seit immerhin 19 Jahren!

April bringt Frühlingswetter

Kein verfrühter Aprilscherz: Ab Freitag (01.04.2016) wird es frühlingshaft mild bis warm! Der Trend zur ersten wirklichen Frühlingswetter-Episode hat sich in den letzten beiden Tagen in den Modellen gefestigt und dürfte stehen, auch wenn es bei den genauen Temperaturen und der Länge noch einige offene Fragen gibt.

Im Raum Bocholt erwartet uns ab Freitag viel Sonnenschein bei wenigen Wolken und steigenden Temperaturen: Freitag (01.) nach lokalem Bodenfrost bis 15 °C, Samstag (02.) bis 18 °C und am Sonntag (03.) möglicherweise über 20 °C (?). Das GFS-Modell von heute 12 UTC (siehe unten) ist sehr optimistisch und zeigt über 20 °C, was jedoch nicht von allen Modellen so gezeigt wird. Das Potential für die ersten warme Tage 2016 ist allerdings da – ob es ausgeschöpft wird, werden die nächsten Tage zeigen.

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Osterwetter: Samstag frühlingshaft, Sonntag unbeständig

Noch 4 Tage bis Ostern… Die Wettermodelle haben sich mittlerweile auf einen groben Fahrplan geeinigt. Am morgigen Donnerstag (24.) und Karfreitag (25.) bleibt es weiterhin wolkenverhangen und kühl mit Tageshöchstwerten um die 10 °C. Während es morgen die überwiegende Zeit trocken bleibt, ziehen am Freitag mit einem Tiefausläufer länger andauernde Regenfälle auf. Doch am Samstag (26.) erwartet uns nach aktuellem Stand nach kühlem Start mit stellenweise Bodenfrost ein freundlicher Tag mit Sonnenschein bei rund 15-16 °C! Leider bleibt das Wetter am Ostersonntag (27.) nicht bestehen, denn von Nordwesten nähert sich bereits der nächste Tiefausläufer.

Der Trend für die nächste Woche: eher unbeständig, aber tendenziell milder als aktuell.

Rückblick Winter 2015/2016: Zweitmildester Winter nach 2006/2007

Nach dem extrem milden Dezember 2015 und einem milden Jahresbeginn 2016 ließ sich schon erahnen, dass der Winter der dritte milde Winter in Folge wird und sich möglicherweise in die Reihe der mildesten Winter einsortieren würde. Diese Prognosen können nun bestätigt werden: Der Winter 2015/2016 erreicht mit einer mittleren Temperatur von 6,1 °C, das entspricht 2,9 Grad mehr als im langjährigen Mittel 1981-2010, Platz 2 in der Reihe der mildesten Winter – direkt nach 2006/2007 (6,3 °C). Die Winter 1989/1990 und 2013/2014 mit jeweils 6,0 °C werden somit auf Platz 3 abgewertet, auf Platz 5 folgt 1974/1975 mit 5,9 °C.

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Nachdem der Dezember 2015 neue Maßstäbe für einen Anti-Wintermonat setzt (alle Daten hierzu finden sich hier), beginnt auch das neue Jahr mild. Während in der ersten Januarhälfte kalte kontinentale Luftmassen in den Nordosten Deutschlands einfließen, bleibt der Rest der Bundesrepublik weiterhin unter atlantischer Regie. Die gesamte erste Winterhälfte bleibt frostfrei – erst am 16. Januar sinkt das Thermometer erstmals unter den Gefrierpunkt. Die kalte Luft setzt sich nur kurz durch, am 19. wird das absolute Winter-Minimum von -7,1 °C gemessen. Aufgrund der beiden vorangegangenen milden Winter ist das die niedrigste Temperatur seit fast drei Jahren (13.03.2013: -8,6 °C). Doch nur wenige Tage später wird die Kaltluft wieder zurückgedrängt. Am 25. wird mit 14,1 °C gleich ein neuer Temperaturrekord für die dritte Januar-Dekade (21.-31. Januar) erreicht.

Erst während zweier Hochdruckwetterlagen Mitte und Ende Februar gehen die Temperaturen erneut auf winterliche Werte zurück. Mit insgesamt 18 Frosttagen erreicht der Winter genau die Hälfte des langjährigen Mittelwerts 1981-2010; als einziger Eistag geht der 19. Januar in die Statistik ein.

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Auf den milden, hochdruckdominierten und daher recht trockenen Dezember (48,8 L/m², 65 %) folgt zunehmende Tiefdruckaktivität in der ersten Januarhälfte mit beinahe täglichen leichten Regenfällen. Am Abend des 16. Januar kommt es zu örtlichen Schneeschauern, die im Raum Bocholt eine leichte Schneedecke von 1, stellenweise 2 cm hinterlassen, die dank der Frosttemperaturen für wenige Tage erhalten bleiben.

In der letzten Januarwoche und der ersten Februarhälfte kommt es mit Tiefausläufern zu teils ergiebigen Regenfällen. Am 29. und 30. Januar fallen 23,3 L/m². Am Rosenmontag (08.02.) zieht ein Sturmtief („Ruzica“) über die Nordsee hinweg und bringt in den Abendstunden Sturmböen der Stärke 8 bis 9 Beaufort. An der DWD-Station in Ahaus wird mit Durchzug der Kaltfront am Abend ein Spitzenwert von 75 km/h erreicht. Zahlreiche Karnevalsumzüge in NRW, so auch in Bocholt, werden kurzfristig abgesagt. Am Dienstag (09.02.) folgen weitere Regenfälle, die sich auf 27,9 L/m² summieren. In der Nacht vom 14. auf den 15. Februar kommt es zu Schnee(regen). Eine Schneedecke bildet sich diesmal allerdings nicht aus. Vom 20. bis 22. Februar kommen mit längeren Regenfällen nochmals satte 31,0 L/m² zusammen, ehe die Niederschlagsneigung Richtung Monatsende nachlässt. Sowohl Januar als auch Februar weisen am Ende mit 103,9 L/m² (148 %) bzw. 97,0 L/m² (173 %) ein deutliches Plus auf.

Erster Nachtfrost nach frostfreier erster Winterhälfte

Nach einer komplett frostfreien ersten Winterhälfte 2015/2016, die eine Durchschnittstemperatur von unglaublichen 7,9 °C (Mittel 1981-2010: 3,2 °C) aufwies, war es heute Nacht schließlich so weit: Um genau 03:15 Uhr unterschritt das Thermometer den Gefrierpunkt (Tiefstwert: -0,7 °C)!

In den kommenden Tagen wird es mit winterlichen Temperaturen weitergehen – je nach Bewölkungs- und Windverhältnissen sind in den kommenden Nächten -1 bis -5 °C zu erwarten. Tagsüber wird die 0-°C-Marke nur noch wenig überschritten. Im Gegensatz zu weiten Teilen Deutschlands sind die Chancen auf eine Schneedecke eher gering, lediglich kurze Schnee(regen)schauer sind hierzulande zu erwarten.

Rückblick Jahr 2015: Frühlingshafte Weihnachten

Kurzer Rückblick: Das Jahr 2014 war das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen, über das gesamte Jahr verteilt wurden Extrem- und Rekordwerte (sowohl bei Absolut- als auch bei Mittelwerten) erreicht. Zu Beginn des Jahres 2015 normalisieren sich die Temperaturen wieder. Auf einen milden Winter folgt ein durchschnittlich temperiertes Frühjahr; von April bis in den Juli hinein ist es relativ trocken. Nach einer markanten Hitzewelle Anfang Juli mit neuem Temperaturrekord wird vor allem der August seinem Namen als Sommermonat gerecht. Anfang September geht die Temperatur spürbar zurück. Im November und Dezember bleibt es äußerst mild, das Wetter an den Weihnachtstagen präsentiert sich frühlingshaft.

Lufttemperatur

Die Jahresdurchschnittstemperatur des Jahres 2015 liegt bei 11,2 Grad Celsius (°C), das entspricht einem Plus von 0,7 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert der Referenzperiode 1981-2010 (10,5 °C). Damit gehört das Jahr 2015 zu den wärmsten Jahren in der seit 1945 bestehenden Bocholter Klimareihe, die von 2014 (12,0 °C) angeführt wird.

Wäre das Jahr 2015 bereits Ende Oktober zu Ende gewesen, hätte die Jahresmitteltemperatur aufs Zehntel Grad genau dem langjährigen Mittelwert entsprochen. Im Gegensatz zum Vorjahr fallen in diesem Jahr die ersten zehn Monate hinsichtlich der Temperatur durchschnittlich aus oder bringen nur geringe Abweichungen von den langjährigen Durchschnittswerten, die sich im Jahresverlauf kompensieren.

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Der Januar fällt mit einer Abweichung von +0,9 Grad recht mild aus. Am 10. werden 14,0 °C und damit der höchste Wert seit acht Jahren gemessen, lediglich vom 20. bis 25. zeigt sich kurz der Winter, als ein Eistag (23.) verzeichnet wird. Der Februar bringt schließlich moderat kaltes Winterwetter und erreicht den langjährigen Mittelwert beinahe exakt. Auch März und April fallen durchschnittlich aus; neben einigen milden und warmen Tagen gibt es auch kühlere Perioden mit Nachtfrösten. Der Mai weicht als erster Monat seit August 2014 mit -1,0 Grad merklich nach unten ab, vor allem die zweite Monatshälfte ist unterkühlt.

Der Sommer beginnt mit einem durchschnittlich Juni mit einer kurzen Hitzewelle um den 5. herum. Anfang Juli kommt es zu einer markanten Hitzewelle, bei der reihenweise neue Temperaturrekorde aufgestellt werden (siehe unten). Im Laufe des Monats geht das Temperaturniveau jedoch zurück und die Hundstage starten Ende Juli unterkühlt, sodass der Gesamt-Juli nur leicht das Mittel übertrifft (+0,6 Grad). Der August weicht um +1,3 Grad ab und bringt beständigeres Sommerwetter, das nur von einer dreitägigen Regenperiode vom 15. bis 17. mit sehr großen Niederschlagsmengen (siehe unten) unterbrochen wird. Vor allem Ende August wird es nochmals schwülheiß.

Pünktlich zum 1. September gibt es einen Temperatursturz um über 12 Grad. Im weiteren Verlauf stellen sich statt spätsommerliche bereits frühherbstliche Temperaturen ein, der Gesamtmonat weicht um -1,0 Grad ab. Mitte Oktober kommt es zu einem frühen Kälteeinbruch, bei dem am 14. ein Tageshöchstwert von nur 4,7 °C erreicht wird. Dieser Tag geht als kältester Tag einer zweiten Oktober-Dekade in die Klimastatistiken ein (alter Rekord: 6,6 °C am 13.10.1975). Der Oktober verfehlt den Mittelwert um 0,8 °C.

Ab November stellt sich schließlich eine stabile südwestliche Strömung ein, die bis zum Jahresende sehr milde Luftmassen aus subtropischen Gefilden heranführt. Sowohl die erste als auch die zweite November-Dekade erreichen beim Mittelwert neue Rekorde, erst in der dritten Dekade gibt es einen kurzen Temperatureinbruch. Der Gesamt-November ist mit einem Mittel von 9,7 °C (Abweichung +3,1 Grad) nach 1994 (9,8 °C) der zweitwärmste November seit Beginn der Aufzeichnungen in Bocholt (im Deutschlandmittel erreicht er Platz 1). Der Dezember setzt schließlich neue Maßstäbe in Sachen Milde. Die Temperaturen bewegen sich fast den gesamten Monat im zweistelligen Bereich. An Weihnachten ist es vorfrühlingshaft mild. Mit einem Mittel von unvorstellbaren 9,4 °C (Abweichung +5,9 Grad) übertrifft der Monat an Ende nicht nur den bisherigen Rekordhalter aus dem Jahr 1974 (7,3 °C) um über 2 Grad, sondern ist sogar milder als der bislang wärmste März (2014 mit 9,1 °C)!

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Insgesamt wurden im Jahresverlauf 10 heiße Tage (ab 30 °C) und 37 Sommertage (ab 25 °C) verzeichnet, das entspricht jeweils einem leichten Plus (Mittel: 7 heiße Tage und 34 Sommertage) und ist den warmen Sommermonaten Juli und August zu verdanken. Da sowohl Mai als auch September recht kühl ausfallen, bleibt die Zahl der warmen Tage (ab 20 °C) mit 86 unter dem Mittel (ca. 96 Tage) zurück. Bedingt durch den recht milden Januar und den Winter-Totalausfall im Dezember stehen diesen nur 29 Frosttage und ein Eistag (Dauerfrosttag) gegenüber – im Mittel gibt es pro Jahr rund 52 Frost- und 10 Eistage.

Die intensive Hitzewelle Anfang Juli stellte nicht nur deutschlandweit, sondern auch vor Ort neue Höchstwerte auf. Am 2. Juli wurden 38,4 °C gemessen, womit der bisherige Rekord von 36,5 °C aus dem Jahre 2003 erheblich übertroffen wurde. Auch an den umliegenden Stationen wurden neue Rekorde aufgestellt, wie in Kleve mit 38,6 °C. Die niedrigste Temperatur wurde am 7. Februar mit -4,8 °C gemessen.

Niederschlag

Die Jahresniederschlagssumme beträgt an der privaten Wetterstation Bocholt an der Kurfürstenstraße 850,7 Liter pro Quadratmeter (L/m²) gemessen, das entspricht 105 % (d. h. einem Plus von 5 %) vom langjährigen Mittelwert der Referenzperiode 1981 bis 2010 (812 L/m²).

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Der Januar beginnt mit einer milden, nassen Witterungsperiode, in der atlantischer Tiefdruckeinfluss wetterbestimmend ist. Am 8. fallen mit einem Dauerregen 22,3 L/m², dazu ist es oft sehr windig bis stürmisch. In der dritten Januar-Dekade fließt kalte Luft ein und am 24. kommt es zu Schneefall. Für kurze Zeit liegt eine Schneedecke von bis zu 9 cm, ehe wieder milde Luftmassen zurückkommen. Insgesamt fällt der Januar mit 95,6 L/m² (137 %) nass aus. Nachdem sich Februar und März niederschlagsmäßig ausgleichen, beginnt Anfang April wieder eine recht trockene Witterungsphase, die von Hochdruckwetter gekennzeichnet ist. Wie in den beiden Vorjahren fällt auch der April 2015 zu trocken aus: 29,2 L/m² entsprechen nur etwa zwei Drittel der langjährigen Niederschlagsmenge. Damit ist der April der trockenste Monat des Jahres. Auch der Mai bringt ein leichtes Defizit (52,4 L/m², 77 %).

Der Juni weist schließlich nur 34,4 L/m² und damit nur knapp die Hälfte des langjährigen Durchschnitts auf. Mit den steigenden Temperaturen verschärft sich die Trockenheit zu Beginn des Sommers, insbesondere während der Hitzewelle Ende Juni/Anfang Juli. Im Juli kommen mit Schauern zwar immerhin 68,8 L/m² zusammen, womit der Monat fast seinen Durchschnitt erreicht, doch das abgesammelte erhebliche Defizit wird nicht abgebaut.

Erst mit einer Luftmassengrenze vom 15. bis 17. August, die der Region einen zweitägigen, zeitweise schauerartig durchsetzten Dauerregen beschert, kommen erhebliche Niederschlagsmengen zu Stande. In drei Tagen fallen 107,9 L/m², alleine am 16. August sind es 54,6 L/m². Damit geht der Tag nicht nur als nassester Tag des Jahres, sondern als nassester Tag seit über 10 Jahren in die Bocholter Klimastatistik ein. Ende August wird die letzte Hitzewelle des Jahres schließlich mit großer Schwüle und zahlreichen Gewittern beendet. In den Frühstunden des 30. ziehen einige heftige Gewitterzellen über den Bocholter Raum, die kurzzeitigen Starkregen und Hagelschlag (bis 1 cm) zur Folge haben; am späten Abend folgen weitere Gewitter. An diesem Tag kommen insgesamt nochmals 26,2 L/m² zusammen (wg. Bezugszeitraum 06-06 UTC statistisch verteilt auf 29. und 30.). Die Augustsumme beläuft sich am Ende auf 178,0 L/m² (241 %) – damit ist der Monat der drittnasseste August seit Beginn der Bocholter Niederschlagsreihe (1901)!

Die drei Herbstmonate bringen zwar Abweichungen vom Mittel (trockener Oktober – nasser November), doch insgesamt gleichen sich auch hier die Niederschlagssummen wieder aus (224,6 L/m², 105 % in drei Monaten). Der extrem warme Dezember weist mit 48,8 L/m² (65 %) wiederum ein Defizit auf.

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Rückblick Dezember 2015: Der Dezember setzt neue Maßstäbe

Im Dezember 2015 befindet sich wochenlang ein stabiles Hochdruckgebiet über dem Mittelmeerraum. In Verbindung mit zahlreichen Tiefdruckgebieten, die auf einer recht südlichen Route nach Osten ziehen, werden fortdauernd warme Luftmassen aus dem subtropischen Raum herangeschaufelt, die immer wieder weite Teile Mitteleuropas überfluten. Dies führt zu dem extrem warmen, trockenen und sonnigen Dezember in der Region.

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Die Monatsmitteltemperatur des Dezember 2015 beträgt 9,4 Grad Celsius (°C) – ein Wert, der nie zuvor auch nur annähernd erreicht wurde. Der bisherige Rekordhalter aus dem Jahre 1974 wies ein Temperaturmittel von 7,3 °C auf. Der Dezember 2015 übertrifft nicht nur den Spitzenreiter um rund 2 Grad, sondern ist sogar wärmer als der wärmste März in der Bocholter Klimareihe (2014 mit 9,1 °C). Die Abweichung vom langjährigen Mittel der Referenzperiode 1981-2010 beträgt damit 5,9 Grad. Kein anderer Monat wies bislang eine so große positive Temperaturabweichung auf. Der bisherige Rekord stammt vom Juli 2006 und liegt bei 5,3 Grad bezogen auf das Mittel der damals gültigen Bezugsperiode 1971-2000. Im Dezember 2015 erreicht die Temperatur nur an 3 Tagen die 10-°C-Marke nicht. An 5 Tagen liegt selbst der Tiefstwert über 10 °C, an 26 Tagen über 5 °C. Frost trat nicht auf, der absolute Tiefstwert beträgt 3,0 °C (10.).

Der Monat beginnt und endet mild – dazwischen ist es zeitweise extrem mild, wie zum Beispiel vom 17. bis 21. Dezember, als die Tagesmitteltemperaturen teils um 10 Grad (!) über dem langjährigen Mittel liegen. Am 17. wird mit 15,3 °C ein neuer Temperaturrekord für die zweite Dezember-Dekade aufgestellt (zuvor 14,7 °C am 18.12.1987), bevor die Temperatur an 3 Tagen in Folge nicht unter 10 °C absinkt. Ein weiterer Wärmepeak fällt genau auf Weihnachten: Am Heiligabend werden 13,6 °C erreicht, am 1. Weihnachtstag 13,3 °C und am 2. sogar 14,5 °C – solch hohe Temperaturen über alle drei Weihnachtstage gab es noch nie, auch wenn es vom absoluten Maximum her schon einmal noch etwas wärmer war (15,7 °C am 24.12.1977). Besonders ungewöhnlich ist die Kombination aus extremer Milde, Trockenheit und reichlich Sonnenschein, denn gewöhnlicher Weise würde man erwarten, dass Trockenheit und Sonnenreichtum aus Hochdruckwetter mit Kälteperioden resultieren. So herrscht an Weihnachten, vor allem am 2. Feiertag, eine vorfrühlinghafte Atmosphäre – von der Durchschnittstemperatur an diesem Tag (12,6 °C) hätte es auch Anfang Mai sein können.

Monatsdiagramm_201512-02

Die Monatsniederschlagssumme liegt bei 48,8 Litern pro Quadratmeter (L/m²), das sind nur zwei Drittel des langjährigen Mittels 1981-2010 (rund 75 L/m²). Es werden 21 Niederschlagstage (ab 0,1 L/m²) mit meist nur geringen Tagessummen registriert. Dabei handelt sich fast durchweg um kürzere Regenereignisse infolge rasch durchziehender Tiefausläufer. Lediglich am 11. (10,4 L/m² im Zeitraum 0 bis 24 UTC) und 16. Dezember regnet es für längere Zeit. Schneefälle treten nicht auf, in der Früh des 21. zieht immerhin ein Graupelschauer über Bocholt hinweg.

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Die aus Daten umliegender DWD-Stationen für Bocholt geschätzte Monatssonnenscheindauer errechnet sich zu 67,1 Stunden, das entspricht dem Anderthalbfachen des langjährigen Mittels 1981-2010 (rund 44 Stunden). Damit ist der Dezember 2015 der sonnenscheinreichste Dezember seit 2008. Besonders sonnig ist es vom 8. bis zum 10. sowie vom 26. Dezember bis Silvester.

Dezember 2015 auf dem Weg zum absoluten Rekordmonat

Bereits eine Woche vor dem Jahreswechsel deutet sich an, dass der Dezember 2015 auf gutem Wege zum absoluten Rekordmonat ist. So beträgt die mittlere Lufttemperatur vom 1. bis einschließlich 23. Dezember 9,5 Grad Celsius (°C), das sind 6,0 Grad mehr als im langjährigen Mittel 1981-2010 und 6,3 Grad mehr als im Mittel 1961-1990. Das ist die größte positive Abweichung, die ein Monat gegenüber dem Referenzwert bislang zu Stande gebracht hat – aktueller Rekord sind +5,9 Grad vom Juli 2006 (23,7 °C / Mittel 1961-1990: 17,8 °C). Falls es auch nach Weihnachten noch recht mild bleibt – und danach sieht es aus – könnte also mit dem Dezember 2015 erstmals die +6,0 Grad-Marke bezüglich der Temperaturabweichung überschritten werden.

Dass der aktuelle Dezember klar der wärmste Dezember in der seit 1945 bestehenden Bocholter Klimareihe wird (Rekordhalter ist der Dezember 1974 mit 7,3 °C), ist schon seit Tagen absehbar und kann selbst durch einen überraschenden Wintereinbruch in den letzten Monatstagen nicht mehr verhindert werden. Das angesammelte Wärmeplus ist enorm, gerade die extrem milden Tage seit dem 16. Dezember mit Tiefstwerten über 10 °C haben dazu beigetragen (siehe Monatsdiagramm unten). Darunter ist außerdem ein neuer Dekadenrekord mit 15,3 °C vom 17. Dezember. Alle Dezembertage wichen bislang markant nach oben ab, teilweise um rund 10 Grad! 

Weihnachtswetter 2015: Mild, nass und windig

20151221_01Wir nähern uns Weihnachten 2015 und die alljährliche Frage nach dem Weihnachtswetter tut sich auf – mittlerweile ist eine erste Prognose für die Feiertage möglich:

Zunächst erwartet uns ein recht angenehmes viertes Adventswochenende. Sowohl am heutigen Samstag (19.) als auch am Sonntag (20.12.) zeigt sich häufig die Sonne bei erneut sehr milden Werten bis 14/15 °C. Auch nachts bleiben die Temperaturen zunächst noch zweistellig. Zu Beginn der neuen Woche erwarten uns erste Tiefausläufer, die Regen und Wind mitbringen. Die hohen Temperaturen ändern sich kaum: Tagsüber 12 bis 14 °C, nachts 8 bis 10 °C.

Über die Weihnachtstage bleibt die milde, zeitweise nasse und windige Witterung erhalten, dabei gibt es auch wieder einige sonnige Phasen. Am Heiligabend (24.) sind nachmittags bis zu 13 °C zu erwarten, am 1. Weihnachtstag rund 10 °C und am 2.  Weihnachtstag bis 14 °C. Auch nach Weihnachten ändert sich die Wetterlage nicht wesentlich. Die Zufuhr milder Luftmassen bleibt nach dem Großteil der Modelle auch in der letzten Woche des Jahres bestehen. Ein Wintereinbruch ist weiterhin nicht in Sicht.
        

Mild, milder, Dezember 2015?

Die erste Dezember-Dekade (01.12.-10.12.) erreichte eine mittlere Temperatur von 8,9 °C, das sind fast 5 Grad über dem langjährigen Mittelwert 1981-2010 (4,2 °C). Auch für die zweite Dekade ist nicht mit einem Wintereinbruch oder selbst Frost zu rechnen. Im Laufe der kommenden Woche bewegen wir uns wieder deutlich über der 10 °C-Marke, am Donnerstag (17.) ist sogar mit rund 15 °C zu rechnen! Damit ist der Monat auf gutem Wege zu einem Platz in der Rekordreihe, die derzeit noch vom Dezember 1974 mit 7,3 °C angeführt wird.

Angesichts der aktuellen Wettermodelle, die weiterhin auf mild bis sehr mild stehen, sollten wir uns für ein weißes Weihnachtsfest keine allzu großen Hoffnungen mehr machen.

Wärmste 1. November-Dekade seit Aufzeichnungsbeginn

20150830_01Mitte Oktober klopfte schon einmal der Winter an die Tür mit örtlichem Schneeregen und dem kältesten Tag einer zweiten Oktober-Dekade im Münsterland. Doch seitdem bestimmen milde bis sehr milde Luftmassen das Wettergeschehen in Deutschland. Diese Großwetterlage schlägt sich auch in den lokalen Klimastatistiken nieder:

Die erste November-Dekade 2015 (01. bis 10.11.2015) geht mit einer mittleren Temperatur von 12,5 °C als mildeste erste November-Dekade in die Bocholter Klimareihe (seit 1946) ein. Der bisherige Spitzenreiter 2005 (11,4 °C) wurde markant übertroffen. Von den zehn ersten Novembertagen brachten gleich acht Tage Höchstwerte von mindestens 15 °C. Am 07.11.2015 wurden infolge einer kräftigen südwestlichen Strömung sogar 18,4 °C erreicht. Am diesem Tag betrug die Tagesmitteltemperatur 17,0 °C, was ebenfalls einen neuen Rekord darstellt (bisher: 16,5 °C am 01.11.1968). Das Tagesminimum am 07.11.2015 lag bei milden 15,0 °C (01.11.1968: 15,3 °C).

Auch die ersten Tage der zweiten November-Dekade zeigten sich mild. Möglicherweise könnte es nochmals für einen Dekadenrekord reichen (hierzu müssten 10,6 °C von 2009 überboten werden), denn die kommenden Tage gestalten sich weiterhin mild, nass und windig bis stürmisch. Zum kommenden Wochenende (21./22.11.2015) zeigen die jüngsten Wettermodelle einen Abwärtstrend für die Temperatur.

 

Kältester Tag einer zweiten Oktober-Dekade

Der heutige Tag (14.10.2015) geht als kältester Tag einer zweiten Oktober-Dekade (11.-20. Oktober) in die Statistik ein. An der privaten Wetterstation Bocholt wurde ein Tageshöchstwert von nur 4,7 °C erreicht. Der bisherige Negativ-Rekord für Mitte Oktober lag bei 6,6 °C und wurde auf den Tag genau vor 40 Jahren gemessen (13.10.1975; DWD-Station Bocholt-Liedern).

Auch an vielen anderen Stationen im offiziellen DWD-Messnetz gab es heute neue Negativ-Rekorde:

  • Kleve (seit 1948): 4,4 °C – bisher: 6,0 °C am 13.10.1975
  • Duisburg-Baerl (kombinierte Reihe aus Laar, Friemersheim und Baerl seit 1951): 4,7 °C – bisher: 6.7 °C am 14.10.1974
  • Essen (seit 1935): 3,7 °C – bisher: 6,1 °C am 14.10.1974
  • Münster (kombinierte Reihe seit 1891): 4,4 °C – bisher: 5,7 °C am 19.10.1905 (!)
  • Lippspringe, Bad (seit 1951): 4,0 °C – bisher: 5,3 °C am 18.10.1973
  • Salzuflen, Bad (seit 1935): 3,6 °C – bisher 5,0 °C am 13.10.2002

Kirmeswetter 2015: Viele Wolken, Freitag und Sonntag Regen, milder

Wir blicken kurz zurück: Im vergangenen Jahr gestaltete sich die Witterung am Kirmeswochenende (18./19.10.2014) noch beinahe sommerlich: Sowohl am Samstag als auch am Sonntag herrschte viel Sonnenschein bei über 22 °C, am Sonntag stieg das Thermometer auf beinahe rekordverdächtige 24,1 °C! (Hier mehr.)

In diesem Jahr können wir von solchen Höchstwerten nur noch träumen – seit dem 1. September, dem meteorologischen Herbstanfang, stehen alle Zeichen auf Herbst und seit dieser Woche bereits auf Frühwinter. So war der gestrige Dienstag (13.10.) in NRW vielfach der kälteste Tag einer 2. Oktober-Dekade und der heutige Mittwoch könnte den gestrigen Höchstwert nochmals unterbieten.

Aktualisierung: Wie sieht es Richtung Kirmeswochenende aus? Auch wenn die Witterungsverhältnisse des vergangenen Jahres in weiter Ferne liegen, machen die Wettermodelle etwas Hoffnung auf angenehmeres Wetter. Am Donnerstag (15.) und Freitag (16.) bleibt der Himmel bedeckt bei häufigen Regenfällen, doch die Temperaturen steigen wieder etwas an und die Tageshöchstwerte erreichen bis 7 bzw. 9 °C. Für Samstag (17.) ist zwar kaum mit Auflockerungen zu rechnen, aber es sieht aktuell so aus, als dass es die meiste Zeit trocken bleibt. Die Temperaturen erreichen bis zu 10 °C. Am Sonntag (18.) wieder bedeckt und zeitweise Regen bei bis zu 12 °C. Größere Chancen auf Sonnenstrahlen bestehen nach aktuellem Stand am ehesten am Montag (19.), dann wieder bis 14 °C.

Frühherbst statt Spätsommer

Pünktlich zum 1. September ist der Herbst mit aller Macht gekommen… Während am 31. August nachmittags noch ein Tageshöchstwert von heißen 30,9 °C verzeichnet wurde, wird seit Monatsbeginn sogar die 20-°C-Marke regelmäßig und zuletzt sehr deutlich verfehlt. Am vergangenen Samstag (05.) reichte es nur noch für kühle 16,1 °C, am Sonntag (06.) für 16,3 °C. Auch wenn diese Werte noch etwas vom Negativ-Rekordwert für die erste September-Dekade (01.-10.) von 12,9 °C (09.09.1952) entfernt sind und auch in den letzten Jahren ähnliche Werte um 16 °C registriert wurden (2013, 2011, 2007), ist der markante Temperatursturz zum Monatswechsel in diesem Jahr außergewöhnlich.

Die Wetteraussichten machen nur teilweise Hoffnung. Ab dem morgigen Mittwoch (09.) erwartet uns im Münsterland zwar wieder vermehrt Sonnenschein. Allerdings mit Schönheitsfehlern: In den Morgenstunden ist Nebel möglich, tagsüber gibt es auch einige Wolken am Himmel. Die Höchstwerte liegen um die 20 °C, ab Donnerstag vielleicht 21-22 °C. Nachts Rückgang auf 8-10 °C. Fazit: Eindeutig Frühherbst-Wetter statt Spätsommerwärme!

Weiterhin sieht es derzeit nach einem kurzen 3-Tages-Intermezzo aus, denn zum Samstag (12.) kommen wieder erste Tiefausläufer ins Spiel… Möglicherweise müssen wir die 25-°C-Marke in diesem Jahr bereits abschreiben.

Rückblick Sommer 2015: Extreme Hitze und Schwüle, ergiebiger Dauerregen und Sturm

Der Sommer 2015 bringt von allem etwas: Anfang Juli kommt es zu einer extremen Hitzewelle, bei der ein neuer Temperaturrekord für Bocholt aufgestellt wird. Ende Juli zieht ein Sturmtief über die Nordsee und bringt Sturmböen. Mitte August fallen mit einem zweitägigen Dauerregen sehr ergiebige Niederschlagsmengen, ehe sich der Sommer Ende August mit großer Schwüle und heftigen Gewittern verabschiedet. Dieses Kontrastprogramm ist für einen Sommer in unserer Region an sich nicht ungewöhnlich, doch in dieser Intensität freilich selten. Nur der Juni bleibt recht unauffällig.

Diagramm_Sommer_2015

Die mittlere Temperatur des meteorologischen Sommers 2015, der die Monate Juni, Juli und August umfasst, liegt bei 18,5 Grad Celsius (°C) und damit 0,6 Kelvin (K) über dem langjährigen Mittelwert der Referenzperiode 1981-2010. Von einem Spitzenplatz in der Hitliste der wärmsten Sommer ist der Sommer 2015 im Münsterland recht weit entfernt – im Gegensatz zu Süddeutschland, wo er als zweitwärmster (nach 2003) in die Klimastatistiken eingeht. In der Klimareihe Bocholt (ab 1946) erreicht er nur Platz 15. Der Rekordsommer 2003 liegt auch hier mit einem Mittelwert von 19,8 °C auf dem Spitzenplatz. Es werden 36 Sommertage (ab 25 °C) und 10 heiße Tage (ab 30 °C) registriert (Mittel 1981-2010: ca. 27 Sommer- und 6 heiße Tage). Mehr Sommertage gibt es zuletzt im Sommer 2006 (43 Tage), mehr heiße Tage 2010 (12 Tage). Die Zahlen zeigen, dass der Sommer schon ein wärmerer Vertreter, aber eben nicht rekordverdächtig war.

Außerdem fallen 281,2 Liter Niederschlag pro Quadratmeter (L/m²), das entspricht 128 % vom langjährigen Mittelwert (rund 220 L/m²). Für das letztendlich doch recht markante Plus zeigt sich der August verantwortlich, der alleine 178,0 L/m² vorzuweisen hat. Der Juni bringt mit 34,4 L/m² kaum die Hälfte des langjährigen Mittelwerts, der Juli erreicht in etwa das Mittel.

Hitliste_Heissteste_Tage_seit_1946Die positive Temperaturabweichung ist auf die extreme Hitzewelle Anfang Juli und den über längere Zeit warmen August zurückzuführen. Aber zunächst Schritt für Schritt: Der Juni verläuft durchschnittlich. Nach einem ersten heißen Tag am 5. mit 32,2 °C gibt es einen markanten Temperatursturz und die zweite Monatshälfte bleibt eher kühl. Anfang Juli kommt es zu einer markanten Hitzewelle, bei der die heißeste mögliche Luftmasse heranströmt. Am 2. Juli wird mit 38,4 °C sehr deutlich ein neuer Temperaturrekord in der Bocholter Klimareihe aufgestellt, der vorherige Wert wird um fast 2 K überschritten. Auch am 4. werden über 35 °C gemessen. Darauf folgt wiederum ein Temperatursturz. Am 10. wird ein Tiefstwert von nur 7,6 °C registriert.

Nach einer kurzen Sommerrückkehr zur Monatsmitte kommt es in den Frühstunden des 17. zu mehreren Gewittern im Raum Bocholt. Danach setzt wieder ein Abwärtstrend ein. Ungewöhnlich für die Jahreszeit: Am 25. Juli zieht ein Sturmtief über die Nordsee hinweg und bringt verbreitet Sturmböen, so auch in der Region: An der DWD-Station in Ahaus werden 83 km/h gemessen. Ende Juli – im Mittel die heißeste Zeit des Jahres – bleibt es kühl: Vom 27. bis 31. überschreitet das Thermometer die 20 °C-Marke nicht.

Hitliste_RR_Mengen_Aug_2015Anfang August kommt der Sommer jedoch wieder zurück und bleibt, von einer kurzen Unterbrechung zur Monatsmitte abgesehen, bis zum Monatsende. Ab dem 15. August kommt es zur Ausbildung einer Luftmassengrenze über dem Münsterland: Erste Regenschauer am Abend des 15. läuten einen zweitägigen, ergiebigen Dauerregen ein, bei dem 107,9 L/m² in drei Tagen zusammenkommen. Alleine am 16. fallen 54,6 L/m² und bescheren Bocholt den nassesten Tag seit über zehn Jahren.

Zum Monatsende strömen schließlich feuchtwarme Luftmassen heran: In der Früh des 30. zieht ein starkes Gewitter über Bocholt hinweg; am Abend bilden sich im Gelderland (NL), nur wenige Kilometer nördlich, heftige Gewitter mit einer extremen Blitzrate.

Neue Strahlungsschutzhütte im Einsatz

20150510_1Zu einer einschneidenden Veränderung in der Historie der privaten Wetterstation Bocholt kam es am heutigen Sonntag: Die große hölzerne Wetterhütte, die sogenannte „Englische Hütte“, die fast zehn Jahre das Rückgrat der Messtechnik bildete, wurde abgebaut und ausgemustert. Seit 2006 wurden die Messungen von Lufttemperatur und Luftfeuchte in ihr durchgeführt. Doch im Laufe des Jahres zeichnete sich ab, dass sowohl aus zeitlichen Gründen als auch aufgrund der fortschreitenden Automatisierung der meteorologischen Datengewinnung, der sich auch die private Wetterstation Bocholt nicht entziehen kann, eine Weiterführung der konventionellen Kontrollmessungen nicht möglich ist.

20150830_1Anschließend wurde die neue Strahlungsschutzhütte installiert. Zum Einsatz kommt zukünftig – wie auch im offiziellen Messnetz des Deutschen Wetterdienst (DWD) – die Lamellenschutzhütte „LAM630“ der Firma Eigenbrodt Umweltmesstechnik. Diese kleine Wetterhütte besteht aus Kunststofflamellen und wird mit einem Lüfter künstlich ventiliert, um einem möglichen Wärmestau entgegenzuwirken. Zudem weist diese moderne Hütte eine erheblich schnellere Ansprechzeit (geringere Trägheit) auf als das vorherige Modell und reagiert somit empfindlicher auf Temperaturschwankungen. Weiterhin wird die Vergleichbarkeit der Bocholter Messdaten mit den Daten des DWD optimiert. In der neuen Hütte befinden sich zwei elektronische Sensoren, die minütlich Lufttemperatur und relative Luftfeuchte erfassen und die zuvor bereits in der Englischen Hütte eingesetzt wurden.

Furioses Sommerfinale am Wochenende

Zum Abschluss des meteorologischen Sommers am 31. August dreht der Sommer 2015 noch einmal richtig auf. Sehr warme Luftmassen übernehmen die Regie in den nächsten Tagen: Am heutigen Samstag (29.08.) sind bei wolkenlosem Wetter 25-26 °C zu erwarten, am Sonntag (30.) heiße 31 °C – womöglich zum letzten Mal in diesem Jahr! Am Sonntagabend steigt das Gewitterrisiko, doch die warme Luftmasse wird erst am Montagabend (31.) nachhaltig ausgeräumt. Zuvor am Montag nochmals über 25 °C (je nach Bewölkung sind evtl. auch nahe 30 °C möglich). Ab Dienstag (01.09. – meteorologischer Herbstbeginn) werden nur noch 19-20 °C erreicht.

Extrem ergiebige Regenfälle im Münsterland bringen Niederschlagsrekord seit 10 Jahren

Hitliste_RR_Mengen_Aug_2015An einer Luftmassengrenze fielen in den letzten 24 Stunden extrem ergiebige Niederschläge im Münsterland, Ostwestfalen und den angrenzenden Regionen. An der privaten Wetterstation Bocholt an der Kurfürstenstraße wurden im offiziellen Messzeitraum von Sonntag Früh (16., 8 Uhr) bis Montag Früh (17., 8 Uhr) 54,6 Liter pro Quadratmeter (L/m²) gemessen und damit die höchste Tagesniederschlagssumme seit Beginn der Niederschlagsmessungen am 01.01.2005! Rechnet man die Regenschauer, die am Samstagabend (15.) ab 19.30 Uhr über Bocholt hinweg zogen, noch hinzu, liegen wir bei 81,0 L/m² seit Niederschlagsbeginn! Damit ist die diesjährige Trockenheit nachhaltig beendet.

Die höchste 24-stündige Niederschlagssumme im offiziellen NRW-Messnetz meldet heute Morgen die DWD-Station in Hörstel im Kreis Steinfurt mit 60,8 L/m². Direkt dahinter folgt die DWD-Station in Bocholt-Liedern am Wasserwerk mit 56,3 L/m² (Vortag: 22,1 L/m² => Gesamtsumme hier: 78,4 L/m²). Die Daten des MeteoGroup-Messnetzes liegen zzt. noch nicht vor.

Aktualisierung 18.08.2015: Bis Dienstag Früh sind weitere 26,9 L/m² gefallen, sodass sich die Summe der letzten drei Tage auf 107,9 L/m² beläuft. Zum Vergleich: Im gesamten August fallen im langjährigen Mittel 1981-2010 nur etwa 74 L/m²!

Ergiebige Regenfälle im Münsterland zu erwarten

Bereits am gestrigen Samstag (15.08.) sind mit Schauern und Gewittern am Niederrhein und im Münsterland örtlich große Niederschlagsmengen gefallen. An der privaten Wetterstation Bocholt an der Kurfürstenstraße wurden heute Früh (24-stündig bis 8 Uhr) 26,4 L/m² gemessen, an der DWD-Station Bocholt-Liedern (Wasserwerk) 22,1 L/m². Die höchsten Niederschlagssummen meldeten die MeteoGroup-Station Emmerich-Elten mit 59,7 L/m² (Quelle) sowie die DWD-Stationen Greven (Flughafen Münster/Osnabrück) mit 43,2 L/m² und Xanten mit 37,2 L/m².

GFS06z_15082015_24hRRAn heutigen Sonntag (16.) setzt im Laufe des Vormittags von Südosten her überall in der Region Dauerregen ein, der später auch schauerartig verstärkt und gewittrig durchsetzt sein kann. Auch in der Nacht und in der ersten Tageshälfte des Montags (17.) wird der Dauerregen weiter anhalten, sodass große Niederschlagsmengen zusammenkommen! Für das Münsterland erwarten wir verbreitet zwischen 40 und 60 L/m², bei schauerartiger Verstärkung sind 80 bis über 100 L/m² möglich. Welche Kreise und Städte am stärksten betroffen sein werden, lässt sich kaum vorhersagen. Die Modelle zeigen weiterhin sehr große Diskrepanzen bezüglich der räumlichen Niederschlagsverteilung (als Beispiel sei oben die Niederschlagssummenkarte des amerikanischen GFS-Modells aufgeführt).

Bitte beachten Sie die Warnungen des Deutschen Wetterdienst (DWD)!
Warnlagebericht für Nordrhein-Westfalen
Warnungen für den Kreis Borken

Wochenvorhersage: Sommerwetter

MS_065518_wrf_20150803_00zDiese Woche startet mit hochsommerlichem Wetter. Nachdem bereits am gestrigen Sonntag (02.) sommerliche 26,0 °C erreicht wurden, erwartet uns heute (03.) wieder ein heißer Tag mit über 30 °C; konkret werden Höchstwerte von rund 32 °C im Münsterland erwartet. Am morgigen Dienstag (04.) gibt es eine kurze Unterbrechung des Sommerwetters, denn eine Störung mit Wolken und örtlichen Regenschauern zieht im Laufe des Tages durch die Region, dabei werden nur 20 °C erreicht. Ab Mittwoch (05.) setzt sich wieder überall die Sonne durch und das Thermometer steigt bis 26 °C, am Donnerstag (06.) bis 31-32 °C. Am Freitag (07.) erwarten uns nach heutigem Stand zunehmende Schwüle und erste Regenschauer und Gewitter. Am Wochenende wird es wieder beständiger.

Wochenvorhersage: Erst noch unbeständig, zum Monatswechsel freundlicher

In der aktuellen Woche ist vom Sommer nur wenig bis nichts zu spüren. Am heutigen Montag (27.) gibt es viel Wind, häufige Regenschauer und es bleibt mit 17-18 °C kühl. In den kommenden beiden Tagen (28. und 29.) ändert sich wenig daran, Richtung Mittwoch nehmen immerhin die Sonnenanteile zu. Ab Donnerstag (30.) lässt voraussichtlich auch die Schauerneigung nach, es bleibt aber mit maximal 20 °C recht kühl.

Erst zum Monatswechsel streckt der Sommer wieder seine Fühler aus. Ab Freitag (31.) zeigen die Modelle viel Sonnenschein bei anfangs nur mäßig warmen, aber steigenden Temperaturen. Das kommende Wochenende (01./02.08.) sieht mit Sonne bei 24-25 °C am Samstag und 27-28 °C am Sonntag wieder absolut sommerlich. In der Woche darauf (ab 03.08.) liegt auch eine neuerliche Hitzewelle im Bereich des Möglichen… Warten wir es ab.

Unwettergefahr: Morgen (Samstag, 25.07.) schwere Sturmböen möglich!

20150725_12UTC_Tief_GFSAusgangs der kommenden Nacht auf Samstag (25.07.2015) zieht ein kräftiges Tiefdruckgebiet über die nördlichen Niederlande Richtung Deutsche Bucht. Dabei kommt es zu einer starken Windzunahme. Am morgigen Samstag sind insbesondere in Regenschauern und Gewittern schwere Sturmböen von 90-100 km/h (Stärke 10), evtl. sogar über 100 km/h (Stärke 11) möglich!

Bitte beachten Sie die Warnungen des Deutschen Wetterdienst (DWD)!
Warnlagebericht für Nordrhein-Westfalen
Warnungen für den Kreis Borken

Spitzenböen vom heutigen Samstag, 25.07.2015:
DWD-Station Ahaus: 83 km/h
DWD-Station Münster/Osnabrück: 94 km/h

Wochenvorhersage: Freundlich, erst warm, ab Donnerstag kühler – Samstag viel Regen?

Ein kleines, sich kurzfristig gebildetes Randtief ist am heutigen Sonntag (19.07.) mit Wolken und Regel über die Nordhälfte Deutschlands hinweggezogen und hat die Wetterprognosen, die noch am vor wenigen Tagen einen sonnigen, sommerlichen Tag versprachen, spontan durcheinander gewürfelt.

Wie geht es in der kommenden Woche (ab 20.) weiter? Nach Abzug des Tiefs startet die neue Woche wieder freundlicher, wobei die Witterung nicht ganz störungsfrei abläuft. Am Montag (20.) nachmittags sind auch dichtere Wolken unterwegs und etwas Regen ist möglich, rund 22 °C. Am Dienstag (21.) nach Wolkenabzug freundlicher Sonne-Wolken-Mix und mit rund 25 °C wieder sommerlich, allerdings ebenfalls nachmittags lokale Schauer nicht ganz auszuschließen. Der Mittwoch (22.) verläuft ähnlich, nach heutigem Stand aber vermutlich trocken. Ab Donnerstag (23.) nimmt die Unsicherheit in der Modellwelt zu, doch mehrheitlich wird eine leichte Abkühlung favorisiert, die Werte liegen dann nur noch bei 21-23 °C. Derzeit bewegen sich fast alle Modellläufe ab dem 23. Juli im Bereich des langjährigen Mittels – bemerkenswert vor allem, dass genau an diesem Tag die Hundstage beginnen, die sich im langjährigen Mittel mit der heißesten Zeit des Jahres (ca. Ende Juli / Anfang August) überschneiden.

RR20150724_ICONAktualisierung: Ab Freitag (24.) Nachmittag wird Nordwestdeutschland in den Einflussbereichs eines kleinen Randtiefs gelangen. In der Nacht auf Samstag (25.) ist (ergiebiger?) Regen möglich. Am Samstag (25.) ist es meist stark bewölkt mit Regenfällen und (sehr?) windig. Dazu nur noch Höchstwerte um 18 °C. Die prognostizierten Regensummen schwanken zurzeit noch erheblich (!) zwischen unter 10 mm (Modell GFS) und über 30 mm (Modell ICON vom DWD, siehe Grafik). Am Sonntag (26.) gibt es wieder einen freundlichen Sonne-Wolken-Mix bei 22 °C.

Wochenvorhersage: Ab Mittwoch wieder freundlicher und wärmer

Am gestrigen Samstag (11.) präsentierte sich der Himmel meist wolkenlos und die Temperatur stieg auf hochsommerliche 29,4 °C – nur einen Tag später ist es wieder grau in grau, teilweise regnet es etwas und der Tageshöchstwert liegt bei nur 19,2 °C.

In den nächsten beiden Tagen müssen wir noch mit ähnlich bescheidendem Wetter vorlieb nehmen: Vor allem am morgigen Montag (13.) sind länger andauernde, aber voraussichtlich nur wenig ergiebige Regenfälle möglich. Am Dienstag (14.) ähnlich, im Tagesverlauf aber immer trockener, dabei immerhin recht milde Tageshöchstwerte von 19-20 °C. Ab Mittwoch (15.) erwarten wir eine Wetterbesserung: Bei einem Mix aus Sonne und Wolken steigt die Temperatur auf 23-24 °C. Ab Donnerstag (16.) nehmen die Sonnenanteile weiter zu und es werden sommerliche 27-28 °C erreicht, für den Freitag (17.) sieht es aktuell nach rund 30 °C aus! Allerdings wird es tagsüber recht windig und Richtung Abend besteht ein erstes Schauer- und Gewitterrisiko. Für das kommende Wochenende (18./19.) sind es von der Grundtendenz her ebenfalls freundlich aus, allerdings gehen die Temperaturen wieder etwas zurück.