Heute neuer Temperaturrekord erwartet

Am heutigen Dienstag (13.09.) erwarten uns hochsommerlich heiße 32, evtl. 33 °C. Damit geht der Hochsommer nicht nur in eine „außerplanmäßige“ Verlängerung, es wird voraussichtlich sogar ein neuer Temperaturrekord für Mitte September aufgestellt (bisher: 31,2 °C am 13.09.1947, DWD-Station Bocholt-Liedern). Auch ein neuer absoluter Septemberrekord (32,2 °C am 05.09.1949) ist denkbar.

Auch morgen (14.) und Donnerstag (15.) wird es nochmals sehr warm bis heiß mit rund 30 °C, ehe die Werte ab Freitag (16.) auf „jahreszeitenübliches“ Niveau von 20-22 °C zurückgehen. Dazu wird es unbeständiger, wobei sich die Modelle bezüglich Regen noch sehr uneins sind.

Aktualisierung 13.09.2016, 20 Uhr:
Mit einem Tageshöchstwert von 33,0 °C (um 16.17 Uhr) an der Wetterstation Bocholt (Kurfürstenstraße) wurde heute ein Temperaturrekord für dem Monat September in der Bocholter Klimareihe (seit 1946) aufgestellt. Damit wurde in diesem Jahr nach dem 23. Juni (33,0 °C), 20. Juli (35,0 °C) und 25. August (33,4 °C) zum 4. Mal die 33-°C-Marke erreicht.

Aktualisierung 14.09.2016, 20 Uhr:
Heutiger Tageshöchstwert: 32,7 °C

Rückblick Sommer 2016: Regenreichster Sommer seit 60 Jahren

Der Sommer 2016 geht im Raum Bocholt als der regenreichste Sommer seit 60 Jahren mit dem nassesten Monat seit Aufzeichnungsbeginn in die Statistik ein. Dazu ist es in allen drei Monaten vergleichsweise warm bei einen insgesamt leichten Sonnenscheindefizit.

Die mittlere Temperatur der drei meteorologischen Sommermonate Juni, Juli und August liegt mit 18,5 Grad Celsius (°C) um 0,6 Grad über dem langjährigen Mittel 1981-2010 und genau auf dem Vorjahresniveau. Damit ist 2016 der 15.-wärmste Sommer in der Bocholter Klimareihe (seit 1946).

Längere sommerlich warme Abschnitte mit mehreren Sommertagen (ab 25 °C) in Folge gibt es in der ersten Junidekade, zweiten Julihälfte und letzten Augustdekade. Kurze Hitzewellen treten am 23. Juni (33,0 °C), um den 20. Juli (35,0 °C) und den 25. August (33,4 °C) herum auf. Ansonsten liegen die Temperaturen überwiegend auf dem Niveau des langjährigen Mittels. Ausgesprochen kühl ist es Ende Juni/Anfang Juli und phasenweise in der ersten Augusthälfte – in der im Durchschnitt wärmsten Zeit des Jahres.

Insgesamt werden 28 Sommertage und 7 heiße Tage verzeichnet. Diese Werte entsprechen fast exakt den langjährigen Mittelwerten. Von Rekorden hinsichtlich der Temperatur ist der Sommer 2016 im Gegensatz zu seinem Vorgänger weit entfernt. Beachtlich ist allerdings die Folge von 3 heißen Tagen in der letzten Augustdekade (24.-26. August) – eine solche ist bisher lediglich 1964 und 2001 registriert worden.

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Der Sommer 2016 geht klar als der regenreichste Sommer seit 60 Jahren in die Bocholter Klimastatistik ein. Zwischen den 1. Juni und dem 31. August regnen insgesamt 388,1 Liter pro Quadratmeter (L/m²) über die Station an der Kurfürstenstraße nieder. Damit wird beinahe genau der Rekordwert aus dem Sommer 1956 von 389,7 L/m² erreicht.

Besonders regenreich verlaufen der Juni – der nasseste Monat seit Beginn der Bocholter Aufzeichnungen – und die letzte Juli- sowie erste Augustdekade. Am 1. Juni kommt es zu wiederholten Gewittern mit ergiebigen Niederschlagsmengen, die an der Station 40,6 L/m² bringen. In den südlichen Ortsteilen Bocholts fallen über 60 L/m² und führen zu Überschwemmungen; an der benachbarten Station Hamminkeln-Mühlenrott wird mit unvorstellbaren 120,3 L/m² ein neuer Allzeitrekord registriert. Nach einer kurzen stabilen Phase lebt die Gewittertätigkeit ab der zweiten Junidekade wieder auf. Am 23. Juni kommt es erneut zu Gewittern mit ergiebigen Niederschlägen und Überflutungen. Diesmal werden in Bocholt 70,5 L/m² und damit der höchste Tageswert seit 1998 erreicht (siehe Bericht). Nach einer trockeneren ersten Julihälfte gibt es in der letzten Julidekade erneut mehrere Gewitterlagen. Anfang August führen atlantische Tiefausläufer nochmals zu ergiebigeren Regenfällen, ehe die Niederschlagsneigung im weiteren Monatsverlauf erheblich abnimmt.

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Mit insgesamt rund 592 Stunden Sonnenschein bleibt der Sommer 2016 leicht unter seinem langjährigen Mittelwert von 613 Stunden. Auffällig sind zahlreiche sonnenscheinarme Tage in der zweiten und dritten Junidekade sowie Anfang August. Längere Schönwetterphasen mit sehr sonnigen Tagen sind im Sommer 2016 rar – herausragend ist hier die zweite Augusthälfte mit 9 sonnenscheinreichen Tagen.

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Der Sommer zeigt noch einmal, was er kann

MS_065520_19082016-00zNach einer oft unbeständigen und kühlen ersten Augusthälfte hatte man den Sommer 2016 schon beinahe abgeschrieben und auf einen schönen Spätsommer im September gehofft. Doch die Wettermodellwelt ist seit einigen Tagen einer anderen Meinung: Mittlerweile lässt der Großteil der Modelle in der kommenden Woche (ab 22.) sehr warme Luftmassen zuerst nach Frankreich strömen und anschließend nach Deutschland übergreifen. Unsicherheiten bestehen zurzeit noch darin, ob die sehr warme Luftmasse aus Westfrankreich in voller Intensität (20-22 °C in 850 hPa Höhe) oder nur abgeschwächt auf Deutschland übergreift und in der genauen zeitlichen Abfolge. Am Eintreffen eines furiosen Sommerfinales dürfte aber mittlerweile kein Zweifel mehr bestehen.

Aus den aktuellen Modellen lässt sich folgende Prognose ableiten: Nach einem kühlen und leicht unbeständigen Wochenende (20./21.) mit örtlichen Regenschauern und auffrischendem Wind beruhigt sich die Wetterlage zu Beginn der kommenden Woche. Ab Dienstag (23.) gibt es in der Region wieder reichlich Sonnenschein bei deutlich ansteigenden Temperaturen (siehe Diagramm oben). Ab Mittwoch (24.) erreichen die Höchstwerte den Bereich der 30-°C-Marke. Ob die Werte in der zweiten Wochenhälfte im Bereich um 30 °C verharren oder noch einmal Richtung 35 °C steigen, kann noch nicht sicher beurteilt werden. So viel jedenfalls: Der Rekord der Bocholter Klimareihe für die dritte August-Dekade liegt bei 34,7 °C und wurde am 27.08.1964 an der früheren DWD-Station am heutigen Mariengymnasium aufgestellt.

August: Nach nur 3 Tagen bereits rund 50 % Niederschlag

Es scheint, als ob der August die Serie nasser Sommermonate in diesem Jahr fortsetzt. Nach nur 3 Tagen sind an der Station Bocholt-Kurfürstenstraße bereits 36,8 L/m² gefallen, das entspricht fast der Hälfte des langjährigen Mittelwerts (75 L/m²). Kräftige Regenschauer am Mittwochabend (03.) brachten alleine zwischen 22.00 und 22.30 Uhr 13,0 L/m². Mit einer Tagesniederschlagssumme von 25,1 L/m² war Bocholt am Mittwoch der regenreichste Ort in NRW.

Die Niederschlagssumme seit 1. Juni, dem meteorologischen Sommerbeginn, beläuft sich aktuell auf 348,4 L/m² (Mittelwert: 220 L/m²). Damit ist der Sommer 2016 bereits zum aktuellen Zeitpunkt der nasseste Sommer seit 1956, als an der damaligen Bocholter Wetterstation rund 390 L/m² verzeichnet wurden.

Rückblick Juli 2016: Durchschnittlich warm, aber sehr nass

Im Juli 2016 befanden wir uns abwechselnd unter dem Einfluss von Hoch- und Tiefdruckgebieten. In der ersten Monatshäfte wurde die Region immer wieder von schwachen Tiefausläufern gestreift. Ab der Monatsmitte sorgte ein Hoch für hochsommerliche Temperaturen. Zu Beginn der letzten Dekade führten schwache Luftdruckgegensätze zu tropisch anmutenden Verhältnissen mit Schwüle und häufigen Regenschauern und Gewittern.

Mit einer Monatsmitteltemperatur von 19,2 Grad Celsius (°C) liegt der Juli 2016 um 0,3 Kelvin (K) über dem langjährigen Mittelwert 1981-2010 und ist damit als durchschnittlich warm zu bezeichnen. In der ersten Monatsdekade verläuft die Temperaturkurve längere Zeit unter dem langjährigen Durchschnittswert, doch nur am 2. und 3. wird die 20-°C-Marke verfehlt. Am 7. wird der Monatstiefstwert von 9,5 °C registriert. Zum Ende der ersten Dekade gibt es eine leichte Aufwärtstendenz, und am 10. erreicht das Thermometer mit Zufuhr warmer Luft an der Vorderseite eines Tiefs einen Tageshöchstwert von 30,1 °C. Mit Beginn der zweiten Dekade geht die Temperatur bereits wieder merklich zurück.

Erst in der zweiten Monatshälfte stellt sich mit zunehmendem Hochdruckeinfluss eine etwas stabilere (hoch-)sommerliche Witterungsphase ein. Ab dem 18. werden täglich Sommertage (ab 25 °C) verzeichnet, am 20. schließlich das Monatsmaximum mit hochsommerlichen 35,0 °C. Bis zum 26. bleibt es bei Sommertemperaturen, dabei ist es oft recht schwül. Zum Monatsende gehen die Temperaturen mit Zufuhr kühler atlantischer Luftmassen wieder zurück. Mit insgesamt 10 Sommertagen und 3 heißen Tagen liegt der Juli in etwa im Bereich des langjährigen Mittels (11 Sommertage und 3 heiße Tage). Auffällig ist, dass nur an 2 Tagen die 20-°C-Marke nicht erreicht wurde, denn im Mittel ist das an ca. 6 Tagen der Fall.

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Insgesamt fallen im Juli 97,8 Liter Niederschlag pro Quadratmeter (L/m²), das ist rund ein  Drittel mehr als im langjährigen Mittel 1981-2010 (73 L/m²). In den ersten drei Monatstagen kommen mit häufigen Regenschauern und Gewittern bereits 24 L/m² zusammen, ehe in der ersten Monatshälfte die Niederschlagsneigung spürbar nachlässt. So gibt es Mitte Juli erstmals seit Mitte Mai wieder mehr als drei trockene Tage hintereinander. Ab dem 20. fließen feuchtwarme, schwüle Luftmassen heran, in denen es häufig zu lokalen Regenschauern und Gewittern kommt. Am 22. kommen durch Gewitter 20,9 L/m² zusammen, am 23. mit Regenschauern 11,6 L/m². Zum Monatsende wird die schwüle Luft durch feuchtkühle atlantische Luftmassen ersetzt, die ebenfalls Schauer und Gewitter bringen.

Da der Niederschlag ausschließlich in Form von Schauern und Gewittern zu Stande kam, nimmt der Raum Bocholt mit nahe 100 L/m² allerdings einen Spitzenplatz in der Region ein. An vielen Orten ist die Niederschlagsbilanz durchschnittlich, im nördlichen Ruhrgebiet ist der Monat sogar erheblich zu trocken verlaufen (z. B.: DWD-Station Dusburg-Baerl nur 16,8 L/m²).

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Feuchte Luftmassen verhindern Sonnenschein

Die Sonne hat es in diesen Tagen schwer: Deutschland liegt derzeit in einem Bereich sehr geringer Luftdruckunterschiede, das heißt, die eingeflossene warme, aber auch sehr feuchte und zu Schauern neigende Luftmasse liegt ziemlich stationär über unserem Land.

In den vergangenen Tagen kam es zu örtlichen Schauern und Gewittern. Am Freitag (22.) zogen in den Morgen- und Vormittagsstunden mehrere Gewitterzellen, die sich in der deutsch-niederländischen Grenzregion gebildet hatten, über den Kreis Kleve Richtung Nordosten und auf dem Weg auch über Bocholt hinweg (siehe Foto). Dabei kam es zu Starkregen und Hagel bis 1 cm. An der Station an der Kurfürstenstraße fielen 20,9 L/m². Am Samstag (23.) bildeten sich im Tagesverlauf örtlich begrenzt ebenfalls einige Schauer und Gewitter. Während die nord- und östlichen Stadtteile Bocholts leer ausgingen, konnten an der Station wiederum 11,6 L/m² verzeichnet werden.

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Durch die häufigen Regenfälle wird die Luftmasse in Bodennähe zusätzlich angefeuchtet, was zur vermehrter Nebel- und Wolkenbildung führt. So hat es die Sonne schwer, die kompakte Wolkendecke wegzuheizen. Ob die Sonne es schafft, durchzukommen, ist von den Wettermodellen nur schwer vorhersagbar und daher mehr ein Lotteriespiel. Angesichts der warmen Luftmassen wären bei längerem Sonnenschein Temperaturen bis 30 °C denkbar – in Teilen NRWs, wo es am Samstag durchgängig bedeckt blieb, wurden jedoch nur mit Mühe 20-22 °C erreicht.

Im Laufe der neuen Woche (ab 25.) kommt etwas mehr Bewegung in die Luftmasse, sodass die schwülwarme Luftmasse langsam ausgetauscht wird. Allerdings gehen die Temperaturen auch wieder leicht zurück. Von Werten jenseits der 25-°C-Marke müssen wir uns wahrscheinlich verabschieden.

Rückblick Juni 2016: Nassester Monat seit Aufzeichnungsbeginn

Warm, äußerst nass und recht sonnenscheinarm – so lässt sich der Juni 2016 beschreiben. In der Niederschlagsreihe Bocholt, die seit 1901 besteht, nimmt der Juni 2016 den Platz des nassesten Monats ein. Herausragend waren die extremen Niederschlagsmengen, die am 01. und 23. Juni örtlich zu Stande kamen und verbreitet Überflutungen hervorriefen.

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Trotz des Regenreichtums war der Juni 2016 recht warm. Mit einer Monatsmitteltemperatur von 17,8 °C liegt der Monat um 1,1 Grad über dem langjährigen Mittelwert 1981-2010, das ist der höchste Wert seit immerhin sechs Jahren (Juni 2010: 17,9 °C). Dass der Monat so warm ausfällt, ist darin begründet, dass keine kühlen Phasen auftraten. Sommerliche Temperaturen herrschten zu Monatsbeginn, als vom 2. bis zum 7. täglich Sommertage (ab 25 °C) verzeichnet wurden. Ab dem 8. gingen die Werte auf ein durchschnittliches Niveau zurück. Die „Schafskälte“ blieb in diesem Jahr aus; am 10. wurde der Monatstiefstwert mit milden 10,1 °C gemessen. Einen kurzen Hitze-Peak gab es am 23., als mit Zufuhr schwülwarmer Luftmassen 33,3 °C gemessen wurden. Insgesamt gab es 9 Sommertage und nur 5 Tage mit Höchstwerten unter 20 °C (Mittelwerte: 6,5 Sommertage und 13 Tage unter 20 °C).

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Die Niederschlagsmengen waren im Juni 2016 ganz klar auffälliger als die Temperaturen. Vom 1. bis zum 30. kamen an der Station an der Kurfürstenstraße insgesamt 213,8 L/m² zusammen, rund das Dreifache des langjährigen Durchschnitts (72 L/m²). In der Bocholter Niederschlagsreihe, die seit immerhin 1901 besteht, wurde noch nie ein so hoher Monatswert gemessen. Der alte Rekord stammt aus dem Oktober 1998 mit 196,4 L/m² bzw. für den Monat Juni aus dem Jahr 1997 mit 142,7 L/m².

Der Großteil der Monatssumme kam mit Gewittern am 1. und in der Nacht vom 23. auf den 24. Juni zustande. Am 1. kam der Raum Bocholt recht glimpflich davon. An der Kurfürstenstraße wurden 40,6 L/m² registriert, in den südlichen Stadtteilen fielen Radaranalysen zur Folge ca. 50-60 L/m². An diesem Tag zogen mehrere Gewitter aus Nordosten über den Raum Borken, Hamminkeln und Xanten Richtung Geldern hinweg. Strichweise wurden extreme Mengen gemessen – an der Station Hamminkeln-Mühlenrott 120,3 L/m², in Xanten 111,1 L/m² (siehe Berichte). Rund drei Wochen später zogen mehrere starke Gewitter von Südwesten über die Region. Diesmal war hauptsächlich der Raum Bocholt/Borken betroffen. An der Station Bocholt-Kurfürstenstraße wurden 70,5 L/m² in 9 Stunden (22 bis 7 Uhr Folgetag) registriert. Damit ist der 23. Juni der drittnasseste Tag in der Bocholter Reihe – mehr Regen weisen nur der 30.08.1968 (73,6 L/m²) und der 28.08.1996 (85,1 L/m²) auf. Neben einigen Blitzeinschlägen wurden viele Keller in der Stadt in dieser Nacht überflutet. Ab dem 24. kam zu einem Hochwasser an der Bocholter Aa und den örtlichen Bächen, wodurch viele Flächen noch tagelang unter Wasser standen.

Zusammen mit diesen zwei Extremereignissen wiesen insgesamt 9 Tage mindestens 10 L/m² auf – eine solch hohe Zahl wurde bisher nur im September 1957 (189,4 L/m²) erreicht. Zu erwähnen sind außerdem die großen regionalen Unterschiede hinsichtlich der Monatssumme. Im Gegensatz zum Südkreis blieb der nördliche Kreis Kleve am 1. Juni fast trocken (Monatssumme Station Kleve 133 L/m²; Geldern-Walbeck 239 L/m²). Die nassesten Orte waren Xanten (321 L/m²), Hamminkeln (304 L/m²) und Wesel (289 L/m²). An der Station Borken kamen 283 L/m² zusammen, in Stadtlohn 195 L/m², in Reken-Groß Reken 193 L/m² und in Ahaus wiederum „nur“ 135 L/m².

In Bocholt fallen 70,5 L/m² in 9 Stunden: Hochwasser in der Region

An der privaten Wetterstation Bocholt (Stadt) kamen 70,5 mm in 9 Stunden zusammen in Folge mehrerer, zum Teil schwerer Gewitter zwischen 23.06., 22 Uhr, und 24.06., 07 Uhr. Alleine bei dem Unwetter mit einer extremen Blitzrate und Starkregen zwischen 22 und 23 Uhr fielen 28,8 mm in 1 h. Ein schweres Gewitter um kurz nach 02 Uhr verursachte drei Blitzeinschläge im Stadtgebiet. Ein weiteres Gewitter zog in den Frühstunden über die Stadt hinweg.

Der Wert von 70,5 mm ist der höchste Tageswert (24-Stunden-Wert) in der Bocholter Klimareihe seit 28.08.1996, als an der DWD-Bocholt-Liedern 85,1 mm gemessen wurden (Rekord für Bocholt). Stündliche Werte, aus denen 9 h-Summen ableitbar wären, liegen leider nicht vor. In der Region kamen verbreitet über 50 mm zusammen, vielfach 70-80 mm, im Raum Borken 90 bis 100 mm. Auch der Raum Hamminkeln ist nach den extremen Unwettern vom 1. Juni (siehe unten) wieder betroffen.

Hier eine Auswahl der 12 h-Regenmengen ab 50 mm (23.06.2016, 20 Uhr, bis 24.06.2016, 8 Uhr; Liste wird fortlaufend ergänzt):
97,8 mm Borken-Kläranlage (LANUV)
88,7 mm Xanten-Vynen (DWD)
78,8 mm Bocholt-Mussum/Industriepark (Kläranlage; LANUV)
72,5 mm Coesfeld-Goxel (Kläranlage; LANUV)
70,5 mm Bocholt-Stadt / Kurfürstenstraße (privat)
70,4 mm Bocholt-Liedern (Wasserwerk; DWD)
67,8 mm Legden (MeteoGroup)
64,5 mm Borken-Süd (MeteoGroup)
61,3 mm Raesfeld-Erler Mark (Kläranlage; LANUV)
61,1 mm Hamminkeln-Issel (LANUV)
57,7 mm Schermbeck-Dämmerwald (LANUV)
56,8 mm Hamminkeln-Mühlenrott (DWD)
54,8 mm Heiden-Kläranlage (LANUV)
54,1 mm Stadtlohn-Estern (DWD)
50,2 mm Wesel-Flüren (DWD)

DWD-Borken-Gemenkrückling: Ausfall (vermutlich ca. 100 mm)
DWD-Station Coesfeld-Brink: Ausfall (vermutlich ähnliche Summe wie an der Nachbarstation COE-Goxel)

Niederschlagsrekorde in den Reihen Hamminkeln, Xanten, Wesel, Geldern

Die größte Niederschlagssumme bei den Unwettern am 1. Juni wurde an der DWD-Niederschlagsstation Hamminkeln-Mühlenrott (siehe Foto) aufgestellt: Extreme 120,3 Liter pro Quadratmeter (L/m² = mm) wurden hier im offiziellen Messzeitraum (01., 8 Uhr, bis 02., 8 Uhr) gemessen. Damit wurde die bisher größte Tagesniederschlagssumme von 69,5 mm, aufgestellt am 29.07.2005, beinahe verdoppelt! Auch an den umliegenden Niederschlags- und Klimastationen wurden vielfach neue Tagesniederschlagsrekorde aufgestellt. Hier eine Zusammenstellung:

DWD_Hamminkeln_Muehlenrott_Station_nach_SO120,3 mm in Hamminkeln-Mühlenrott (Reihe seit 1931)
alter Rekord: 69,5 mm am 29.07.2005

111,1 mm in Xanten (Reihe seit 1951)
alter Rekord: 68,9 mm am 30.08.1968

97,5 mm in Wesel-Flüren (Reihe seit 1951)
alter Rekord: 69,2 mm am 14.08.1954

88,7 mm in Geldern-Walbeck (Reihe seit 1941)
alter Rekord: 72,2 mm am 29.07.2005

77,4 mm in Borken (Reihe seit 1941)
Rekord von 78,8 mm am 30.08.1968 nur knapp verfehlt

Gewitter mit sintflutartigen Regenfällen

Zum Beginn des meteorologischen Sommers (1. Juni) sind am gestrigen Mittwoch vom Nachmittag bis in die Nacht hinein zahlreiche Gewitter mit äußerst ergiebigen, fast sintflutartigen Regenfällen durch die Region gezogen.

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Besonders getroffen war ein Streifen von Borken über Hamminkeln, Xanten, Sonsbeck und Kevelaer bis Geldern, da hier die Zugstrecke mehrerer Gewitterzellen verlief. Den Messwerten und der Radaranalyse zurfolge kam es verbreitet zu über 60 mm Regen, in Hamminkeln und Xanten wurde die 100 mm-Marke überschritten. Nach ersten Untersuchungen wurden in den langjährigen Niederschlagsreihen der Stationen Hamminkeln-Mühlenrott und Xanten neue Tagesrekorde aufgestellt (weiterer Bericht folgt). Auch im südlichen Bocholter Stadtgebiet (Ortsteile Biemenhorst, Lankern und Mussum) sind schätzungsweise um 60 mm gefallen und haben einige Flächen überflutet.

Hier eine Auswahl der höchsten Regenmengen (01.06.2016, 8 Uhr, bis 02.06.2016, 8 Uhr; Liste wird fortlaufend ergänzt):
120,3 mm Hamminkeln-Mühlenrott (DWD)
117,4 mm Hamminkeln-Issel (LANUV)
111,1 mm Xanten-Vynen (DWD)
97,5 mm Wesel-Flüren (DWD)
88,7 mm Geldern-Walbeck (DWD)
81,6 mm Borken-Kläranlage (LANUV)
77,4 mm Borken, Bauerschaft Gemenkrückling (DWD)
65,4 mm Rhede (privat)
62,6 mm Wesel-Blumenkamp (privat)
61,9 mm Borken-Süd (MeteoGroup)
57,9 mm Straelen (MeteoGroup)
52,6 mm Issum (MeteoGroup)
43,3 mm Bocholt-Mussum/Industriepark (Kläranlage; LANUV)
40,6 mm Bocholt-Kurfürstenstraße (privat)
31,5 mm Bocholt-Liedern (Wasserwerk; DWD)

Auch heute und in den nächsten Tagen sind wieder heftige Gewitter möglich, die lokal zu erheblichen Niederschlagssummen führen können. Die feuchtwarme Luftmasse wird voraussichtlich erst zu Beginn der kommenden Woche ausgeräumt.